Im Kanton muss gespart werden. Das Entlastungspaket 12-15 sieht vor, dass die Beiträge an Privatschulbesuche neu von den Gemeinden bezahlt werden müssen. Die Gemeinden waren aber nicht bereit, diese Beiträge vollumfänglich zu übernehmen. Nachdem die Gemeinden von der Bildungs- und Finanzkommission angehört wurden, wurde eine Änderung vorgenommen.

Demnach können die Gemeinden nun frei entscheiden, ob und wie viel sie an Beiträgen für Privatschulbesuche auf Primarstufe bezahlen wollen. Weiterhin wird der Kanton 2500 Franken an Privatschulbesuche auf Sekundarstufe bezahlen.

Steiner Schulen wehren sich

Doch die Steiner Schulen Region Basel befürchten, dass diese Kann-Formulierung eine faktische Streichung bedeutet. «Wir wollen diese Formulierung nicht einfach so hinnehmen», sagt Daniel Hering, Pressesprecher der Steiner Schulen Region Basel. «An Privatschulen gibt es eine ganze Reihe von Menschen, die auf diese Beiträge angewiesen sind.»

Am Donnerstag behandelt der Landrat das Entlastungspaket in der ersten Lesung. Vor Beginn der Sitzung wollen Eltern, Schüler und Lehrer von Privatschulen den Landräten einen Brief mit ihren Argumenten und ein Goldvreneli aus Schokolade überreichen. Die Botschaft lautet: «Taler, Taler, du musst wandern. Wir brauchen Ihre Unterstützung.» Es sei eine symbolische Aktion, man wolle damit auf die Problematik aufmerksam machen, so Hering. «Diese Beiträge sind existenziell notwendig für die Eltern.»

Es sei schwierig vorher zu sagen, wie sich die Gemeinden entscheiden würden. «Es ist durchaus denkbar, dass eine Gemeinde Beiträge bezahlt, weil sie ihre Einwohner und Einwohnerinnen darin unterstützen will, an eine Privatschule zu gehen. Andererseits überwiegt vielleicht bei anderen Gemeinden das Argument, dass damit ein grösserer Aufwand auf sie zukommt», sagt Roland Plattner, Generalsekretär der Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion. Nicht ausgeschlossen werden könne, dass sich finanziell schwache Gemeinden dazu entschliessen, keine Beiträge zu bezahlen.