Ein ultradefensiver Gemeinderat, der der Öffentlichkeit Negativmeldungen in periodischen Mini-Häppchen serviert; eine Holzbaufirma, die jegliche Verantwortung für das von ihr erstellte einsturzgefährdete Dach von sich weist und ein Gerichtsverfahren anstrebt; und der Eishockeyclub Zunzgen-Sissach (EHC ZS), der mittlerweile auch sein Vereinsende nicht mehr ausschliesst - das sind die drei Akteure, die seit einem halben Jahr die Debatte um die Kunsteisbahn in Sissach prägen.

Letzter Stand: Wegen des laufenden Rechtsstreits mit der Holzbaufirma will der Gemeinderat die Kunsteisbahn auch nächsten Winter geschlossen halten. Und eine erneute Aufstellung eines mobilen Eisfelds schliesst er aus finanziellen Gründen aus (bz vom 24. Mai). Vor diesem Hintergrund präsentiert sich jetzt ein neuer Akteur, wie die «Volksstimme» in ihrer heutigen Ausgabe schreibt: Ein fünfköpfiges Komitee will um eine Eislaufmöglichkeit im kommenden Winter kämpfen.

Auch Dachdemontage denkbar

Initiant ist Michael Amsler, Trainer der 2.-Liga-Mannschaft und ehemaliger Präsident des EHC ZS, und er konnte ein prominentes Team um sich scharen: Kevin Schläpfer, Trainer des EHC Biel, Johann Rudolf Gunzenhauser, ehemaliger CEO der JRG Gunzenhauser AG und derzeit Gemeinderatskandidat in Sissach, Unternehmer Michele Linsalata und Mediator Ruedi Graf.

Was will das Komitee? Amsler: «Als ich letzten Freitag die Telefonrunde startete, ging ich von einem mobilen Eisfeld aus. Aber dann merkte ich, dass bei meinen Kollegen noch viele andere Ideen vorhanden sind.» Details wollte er heute keine nennen, denn das Komitee traf sich am Abend erstmals, um eine Auslegeordnung vorzunehmen.

Amsler will aber nichts ausschliessen. So sei für ihn denkbar, das Kunsteisbahn-Dach als Ganzes zu demontieren und danach in aller Ruhe auf Mängel zu untersuchen, während die Eisbahn wie früher offen genutzt werden kann. Nicht im Vordergrund steht für das Komitee jedoch ein Trainings- und Meisterschaftsbetrieb auf fremdem Eis für die auf nächste Saison angemeldeten Aktiv- und sieben Junioren-Mannschaften von ZS. Dies, weil die Eisfelder in der Region kaum freie Kapazitäten haben und die nächste leerstehende Anlage im rund 60 Kilometer entfernten Huttwil steht. Dazu Amsler: «Das ist zu weit weg und logistisch und finanziell kaum machbar.»

Als nächstes will das Komitee nun mit dem Gemeinderat zusammensitzen. Amsler betont: «Wir wollen nicht gegen ihn arbeiten, sondern Hilfe anbieten. Möglich wäre eine gemeinsame Task Force.» Das Komitee ist auch bereit, private Geldmittel aufzutreiben. Amsler, beruflich als Finanzchef bei einer grösseren Firma tätig, rechnet aufgrund des guten Netzwerks nicht zuletzt von Kevin Schläpfer damit, einen sechsstelligen Betrag zusammenzubekommen.

Am Freitag hält der EHC ZS seine Generalversammlung ab. Traktandiert ist auch die Zukunft des Vereins. Präsident Jean-Daniel Neuenschwander sagt: «Wir wollen eine Grundsatzdiskussion führen, wie sich der Vorstand verhalten soll.»