Hans-Peter Ulmann, CEO der Psychiatrie Baselland (PBL), gibt unumwunden zu: «Der Bereich der Zusatzversicherten ist für uns betriebswirtschaftlich natürlich interessant.» Und die Auslastung der 16 Betten der bestehenden Privatabteilung an der Bienentalstrasse 5 in Liestal sei sehr gut, die Nachfrage vorhanden. Tatsächlich hat die Belegung der 16 Betten im Verlauf des vergangenen Jahres von 79,8% (1. Semester) auf 83,7% (2. Semester) zugenommen. Im ersten Quartal 2015 beträgt sie sogar 93%, wie die PBL auf Anfrage der bz sagt.

Neu viel mehr Einzelzimmer

Daher fiel der Entscheid, aus den vier Doppel- und acht Einzelzimmern neu 20 Einzel- und drei Doppelzimmer zu machen. Dazu wurde ein zusätzlicher Flügel des Gebäudes in Anspruch genommen und eine Rundumerneuerung in Angriff genommen. Denn das Ziel ist klar: Die Privatklinik soll höheren Ansprüchen Privatversicherter genügen und sich im nationalen Konkurrenzkampf behaupten. Durchgehende Parkettböden, ein Beleuchtungskonzept und ausgebaute Hotellerieleistungen sollen neue Patienten anlocken. Am Rande der Pressekonferenz zum Geschäftsbericht 2014 gewährte die PBL der bz einen ersten exklusiven Einblick in die Räumlichkeiten (siehe Bildergalerie).

Auch auf das Renommee des Chefarztes Joachim Küchenhoff, dem Direktor der PBL-Erwachsenenpsychiatrie, wird gebaut. «Unser beziehungsorientierter, psychotherapeutischer Ansatz strahlt über Liestal hinaus», sagt Ulmann. Er zeigt sich überzeugt, dass man Erfolg haben wird. Dies nicht zuletzt, weil die Patientenzahlen insgesamt am Wachsen sind. «Ich hoffe auch, dass wir Patienten aus Zürich, Bern oder anderen Kantonen nach Baselland holen können.» Auch englischsprachige Patienten gehören zur Zielgruppe. Ulmann weiss allerdings: «In anderen Kantonen gibt es natürlich auch bereits viele ähnliche Angebote.» In der Region ist dies unter anderem die Klinik Schützen in Rheinfelden.

Fokus auf 65+ und Burnout

Die PBL wird deshalb versuchen, über zwei Schwerpunkte gezielt bestimmte Gruppierungen anzusprechen: Die Psychotherapie für Menschen der Generation 65+ und die Behandlung von Depressionen, Lebenskrisen und Burnout. «Unter Rentnern gibt es noch besonders viele Privatversicherte», weiss Ulmann. Auch sei dieser Fokus bei anderen Anbietern noch wenig verbreitet. Dass der andere Schwerpunkt unter anderem auf Burnouts gesetzt wurde, fusst derweil auf der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung. «Das ist schlicht die Realität des Marktes», sagt Robert Witte, Leiter des Direktionsstabes, dazu. Bis zur Eröffnung vom 4. Mai werden nun noch letzte Umbauarbeiten durchgeführt.