Am Montag hätten am Birsufer in Liesberg die Bagger aufrollen sollen, um an der Birs im Riederwald mit umfangreichen Rodungsarbeiten zu beginnen. Doch nun liegen diese Pläne des Kantons erst einmal auf Eis.

Denn der Fischereipachtverein Laufental (Fipal) und die Fischereiaufsicht des kantonalen Amtes für Wald, Jagd und Fischerei wehren sich vehement sowohl gegen den vorgesehenen Kahlschlag am Gewässer, der laut Naturschutzgesetzgebung generell nicht gestattet sei, als auch gegen das Befahren der Birs.

Kein geeigneter Zeitpunkt

Fipal-Präsidentin Annegret Schaub wies in einem Schreiben an den Rechtsdienst des Regierungsrats darauf hin, dass der Zeitpunkt Dezember ungünstig sei, weil dann die Birsforellen laichten. Die Umweltgesetzgebung verbiete in dieser Zeit schwerwiegende bauliche Massnahmen und andere Eingriffe. Wegen dieses Schreibens wird der Beginn der Bauarbeiten nun verschoben.

So findet heute Nachmittag statt Rodungsarbeiten ein Gespräch mit den beteiligten Parteien in Liesberg statt, samt einem Augenschein, wie Fipal-Präsidentin Annegret Schaub sagt. Auch Dieter Leutwyler, Pressesprecher der Bau- und Umweltschutzdirektion, ist bemüht, den Ball flachzuhalten.

Die geplanten Massnahmen seien notwendig, der Beginn könne aus übergeordneten Interessen nicht beliebig verschoben werden. Um letzte Unklarheiten und Missverständnisse zu beseitigen, sei man zu dem Gespräch bereit, das heute Nachmittag in Liesberg stattfindet.

Zum Gespräch hatten sich die betroffenen Parteien bereits Ende November getroffen: Vertreter des Tiefbauamtes Baselland (TBA), der Gemeinde Liesberg und des Fipal unterhielten sich damals über die Absicht des Kantons, an der Birs im Riederwald, in der Nähe der Klubhütte des Fussballclubs, umfangreiche Rodungsarbeiten durchzuführen.

Wie das TBA danach in einer Medienmitteilung schrieb, sollte durch das Ausholzen die geforderte Abflusskapazität eines Jahrhunderthochwassers er-reicht werden. Ein solches 100-jährliches Hochwasser (HQ100) hatte letztmals 2007 das Stedtli Laufen heimgesucht.
Dichtes Ufergehölz behindert inzwischen das reguläre Fliessen der Birs, sobald sie etwas mehr Wasser führt.

Dem soll nun Abhilfe geschaffen wer-den. Im Bereich des Sportplatzes bis zur Aluminium Liesberg, oberhalb Birsbrücke Niederriederwald, soll ein Freibord von etwa 30 Zentimetern wieder hergestellt werden. Dafür will man das gesamte Ufergehölz innerhalb der Hochwasserschutzdämme entfernen, insbesondere alte und kranke Bäume.

Ein Versteck für Fische

Die Bauleute sollen die DammAussenseiten – nach umweltverträglichen Prinzipien – durchforsten, damit künftig abwechslungsreiches Ufergehölz wachsen kann. Entlang des Gewässers ist ein Kahlschlag vorgesehen, der künftig in einem ein- bis zweijährlichen Turnus wiederholt werden soll.

Als Ersatz für das entfernte Ufergehölz ist zudem geplant, in einem anderen Abschnitt der Birs Bäume zu fällen, die als Raubäume ins Wasser zu liegen kommen – und den (laichenden) Fischen Rückzugsmöglichkeiten bieten.

Eine zehnköpfige Gruppe, ausgerüstet mit entsprechendem schwerem Gerät, hätte diese Durchforstungs- und Pflegearbeiten ab heute durchführen sollen, wie das TBA in ihrer Mitteilung weiter festhält. Die geplanten Holzereiarbeiten sind nun um einige Tage oder Wochen verschoben, nicht etwa abgesagt.

Sind diese Arbeiten beendet, sollen «die vierzig Jahre alten Hochwasserdämme in diesem Gebiet punktuell saniert und an vereinzelten Stellen etwas angehoben werden», schreibt das TBA in der Medienmitteilung weiter.

Die Fipal hat für heute Montag eine Protestaktion gegen die geplanten Massnahmen angekündigt.