Im August des vergangenen Jahres wurde in seinem rechten Auge ein Tumor entdeckt. Unmittelbar darauf wurde Regierungsrat Zwick behandelt. Ende Dezember wurde nach weiteren Untersuchungen positiv erklärt, dass sich der Tumor zurück gebildet habe und keine weiteren Spuren zu erkennen sind.

Peter Zwicks Gesundheitszustand verschlechterte sich in den ersten Tagen des Februars erneut. Abklärungen unter anderem am Kantonsspital in Liestal ergaben, dass ein medizinischer Eingriff nicht mehr möglich war.

Rückblick auf Amtszeit als Regierungsrat

Peter Zwick gehörte während fast sechs Jahren dem Regierungsrat an. Der CVP-Politiker trat am 11. Februar 2007 als Nachfolger von Erich Straumann als Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektor an. Das Departement behielt er auch nach den Wahlen von 2011.

1999 wurde Peter Zwick in den Landrat gewählt. Von 2003 bis 2007 stand er der CVP/EVP-Fraktion vor. Von 2000 bis 2007 war er zudem Präsident der römisch-katholischen Landeskirche des Kantons Basel-Landschaft.

Wichtige Entscheide

In die Amtszeit von Peter Zwick fielen unter anderem wichtige Entscheide bezüglich der Kantonalen Spitäler und die Anpassung von langjährigen Planungen an neue Erkenntnisse. Ferner auch die Zusammenführung der Kantonalen Spitäler zu einem selbständigen Kantonsspital Baselland sowie die gleichzeitige Verselbständigung der Psychiatrie Baselland. Zudem setzte er sich stark für bestehende sowie für die Ansiedlung neuer Unternehmen ein.

Im Schussfeld der Kritik

Nachdem Zwick vergangenen Herbst nach einer krankheitsbedingten Auszeit in sein Amt zurückgekehrt war, sah er sich im Landrat scharfer Kritik von links bis rechts ausgesetzt. Auslöser war ein Sonderbericht der Geschäftsprüfungskommission zu seiner Direktion.

In der Debatte wurden Vorwürfe von Strategielosigkeit bis Manipulation geäussert. Kritisiert wurde unter anderem, dass bei der Neubauplanung für das Bruderholzspital 13 Millionen Franken in den Sand gesetzt worden seien.

Obwohl seine Glaubwürdigkeit infrage gestellt wurde, wollte Zwick von einem Rücktritt nichts wissen. Im Landrat seien teils "bösartige Falschaussagen" gemacht worden, hielt er fest.

Rückhalt in der Bevölkerung

In der Bevölkerung genoss Zwick dagegen breiten Rückhalt. So schaffte er 2011 die Wiederwahl mit dem drittbesten Resultat. 2011/12 war er für ein Jahr Regierungspräsident. Gewählt wurde er vom Kantonsparlament mit 65 von 70 Stimmen.

Vor seiner Wahl in die Kantonsregierung hatte sich der Vater von zwei erwachsenen Kindern auch kirchlich engagiert. So war er von 2000 bis 2007 Präsident der römisch-katholischen Landeskirche Baselland.

Stellvertretung für die laufenden Geschäfte

Der Regierungsrat hat am Samstag Nachmittag das weitere Vorgehen besprochen. Die Stellvertretung von Peter Zwick übernimmt dessen Stellvertreter Adrian Ballmer, Vorsteher der Finanz- und Kirchendirektion.

Zweite Ersatzwahl in laufender Legislatur

Durch den Tod von Peter Zwick kommt es in der Baselbieter Regierung zur zweiten Ersatzwahl in der laufenden Legislatur. Die erste findet nächstes Wochenende statt, wenn der Nachfolger des Mitte Jahr zurücktretenden Finanz- und Kirchendirektors Adrian Ballmer (FDP) bestimmt wird.

Die FDP, die derzeit als einzige Partei zwei Sitze in der fünfköpfigen Regierung hat, verzichtet dabei auf eine eigene Kandidatur und unterstützt den SVP-Kandidaten Thomas Weber. Auch die CVP empfiehlt diesen zur Wahl.

Die Bürgerlichen haben eine Allianz gebildet, um eine rot-grüne Mehrheit zu verhindern. Denn Nationalrat Eric Nussbaumer, der für die SP ins Rennen gestiegen ist, werden gute Chancen eingeräumt. Als Aussenseiter gilt dagegen Gerhard Schafroth von den Grünliberalen. (sda/nch)