Ob das Jubiläumsgeschenk, das sich Regio Basiliensis zum 50-jährigen Bestehen machen will, zustande kommt, ist ungewiss. «Wenn sich kein Geldgeber findet, dann gibt es auch keine Studie», stellt Präsidentin Kathrin Amacker klar.

Der Verein will mit einer Studie herausfinden, wo die Vor- und Nachteile einer Kantonsfusion liegen - aber nicht zulasten des Steuerzahlers. Stattdessen sollen in den nächsten Wochen private Geldgeber angegangen werden. «Ich gehe davon aus, dass wir für die Studie 300'000 bis 500'000 Franken benötigen.»

Amacker sagt, dass in nächster Zeit Gespräche mit potenziellen Geldgebern gesucht würden. Der Studienentwurf, der bei Regio Basiliensis auf dem Tisch liegt, sieht verschiedene Module vor. Unter anderem wird sich die Studie mit den Pros und Kontras in den Bereichen Bildung, Verkehr und Volkswirtschaft auseinandersetzen. Sollte sich für eines der Module keine Geldgeber gefunden werden, fällt dieser Themenbereich in der Untersuchung weg.

Themenspektrum soll breit sein

Dass eine solche Studie verfasst werden soll, ist für die Baselbieter CVP-Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter eine späte Genugtuung. Letzten November hatte die Baselbieter Regierung das Parlament beauftragt, ein Postulat der ehemaligen Landrätin als erledigt abzuschreiben, mit dem sie eine Simulation der Kantonsfusion gefordert hatte. «Es freut mich, dass Regio Basiliensis nun die Aufgabe des Kantons übernimmt», so Schneider. Amacker sieht das anders: «Wir springen nicht für den Kanton in die Bresche.

Statt von einer Simulation sprechen wir lieber von einer Studie - wir können den Detaillierungsgrad einer exakten Fusionssimulation mit unseren Mitteln nicht erreichen.» Adressat dieses Projekts seien aber auch die Stimmbürger und nicht die Verwaltungsangestellten. Es sollen daher verschiedene Themenbereiche beleuchtet werden.

Eine derart breite Fächerung dürfte den Vorstellungen Schneiders widersprechen, die mit Regio Basiliensis in nächster Zeit Rücksprache halten will. Sie schlägt vor, das Hauptaugenmerk auf die in ihren Augen zentralen volkswirtschaftlichen Konsequenzen einer Fusion zu richten: «Wie entwickelt sich das Steuersubstrat, wie werden die Gebietseinheiten in einem geeinten Basel aussehen, wie wird die Gemeindeautonomie gestärkt, wie viel würde durch diese Verwaltungsoptimierung gespart?»

Die Baselbieter Regierung wird derweil die Studie an der heutigen Sitzung besprechen, wie Sicherheitsdirektions-Sprecher Adrian Baumgartner gegenüber der bz bestätigt. Eine Kehrtwende dürfte allerdings nicht zu erwarten sein. Aus ihrer Optik dürfte sich nichts am Problem geändert haben, mit welchem sie die Abschreibung des Schneider-Postulats beantragt hatte. «Die Rahmenbedingungen eines Kantons Basel sind (...) völlig offen und müssten zunächst geklärt werden. Insbesondere müssten Annahmen bezüglich Steuerniveau, Kantons- und Gemeindeaufgaben, Finanzausgleich sowie institutionelle Fragen vorhanden sein», schrieb sie letzten November.

Solche Bedenken dürften den Plan von Regio Basiliensis nicht durchkreuzen. Der Verein will die Studienergebnisse schon anfangs 2014 präsentieren - und damit vor der Volksabstimmung über die Einsetzung eines Verfassungsrats.