Irgendwo in Reigoldswil geht seit Ende November 2018 Wasser verloren. Der Verbrauch der Gemeinde ist innert Kürze um 30 Prozent angestiegen, pro Woche brauchen die Reigoldswiler rund 700'000 Liter mehr als normalerweise in dieser Jahreszeit.

Solche Unregelmässigkeiten im Wasserverbrauch seien keine Seltenheit, sagt Gemeinderat Fritz Sutter auf Anfrage der bz. «Normalerweise findet man die Ursache aber sehr schnell.» Oft seien alte oder beschädigte Wasserleitungen schuld. Dieses Mal ist man in der Gemeinde jedoch ratlos.

Ein Team der Wasserversorgung sowie eine externe Firma konnten zwar kleinere Verluste im Versorgungsnetz aufspüren, ein Grossteil ist jedoch noch ungeklärt. «Wir suchen vergebens nach der sprichwörtlichen Nadel im Heuhaufen», wandte sich die Gemeinde im Amtsblatt «Reigetschwyler Bott» an die Bevölkerung. Man vermutet mittlerweile, dass undichte Hauswasserinstallationen das Problem sein könnten. Es könne zum Beispiel eine undichte WC-Spülung sein, sagt Fritz Sutter. «Achtet man nicht speziell darauf, bemerkt man oft nichts.»

Wohl viele kleine Verluste

Schon eine kleine undichte Stelle kann einen grossen Wasserverlust zufolge haben. Aus einem tropfenden Wasserhahn fliessen 1000 Liter im Monat, ein undichtes Rohr mit einem 3 Millimeter grossen Loch verliert ganze 351'000 Liter.

Die Gemeinde bittet die Reigoldswiler deshalb, auf undichte Armaturen, Fliessgeräusche und nasse Stellen zu achten. Diese könnten ein Hinweis auf undichte Installationen sein. «Es kann sein, dass sich im aktuellen Fall viele kleine Verluste zu einem grossen aufsummieren.» Ein weiterer Grund für den erhöhten Wasserverbrauch könnten gemäss Sutter falsche Anzeigen bei der Durchflussmessung sein, was man zurzeit überprüfe.

Reigoldswil ist nicht die einzige Gemeinde mit solchen Problemen. Im vergangenen Oktober registrierte Lupsingen während dreier Tage einen Wasser-Mehrverbrauch von über 300 000 Litern. Auch dort konnte die Ursache nicht gefunden werden. Zwei Aufrufe an die Bevölkerung haben aktuell noch keine Wirkung gezeigt, heisst es seitens der Gemeinde. Je mehr Zeit vergeht, desto mehr schrumpfe die Wahrscheinlichkeit, das Rätsel jemals zu lösen.