Das Reinacher Biotechunternehmen Evolva wird die Entwicklung des Süssstoffes Stevia weiter vorantreiben. 2015 werden die Vorbereitungsarbeiten für die geplante Markteinführung von Stevia im Jahr 2016 fortgesetzt. Evolva hat Verfahren entwickelt, mit denen sie verschiedene Aromastoffe und den Süssstoff Stevia mithilfe genveränderter Hefe herstellen kann.

Erstes Patent

Im Dezember hatte Evolva die US-Firma Allylix Inc. akquiriert, insbesondere weil Evolva davon ausgeht, dass Allylix-Technologien zur künftigen Kosteneffizienz der fermentationsbasierten Stevia-Produktion beitragen werden, heisst es in einer Medienmitteilung zum Evolva-Jahresabschluss. Die Firma Cargill unterstützte die Akquisition mit vier Millionen Dollar. Evolva wurde ein erstes Patent erteilt, das sich speziell auf ihre Stevia-Produkte bezieht. Die Firma zählt in Reinach 45, weltweit 145 Vollzeitstellen.

Grosse Kiste

Evolva führt derzeit Gespräche mit Cargill über die mögliche Ausübung einer Option, mit der sich Evolva eine Beteiligung von 45 Prozent am Geschäft mit Stevia sichert. «Falls die Ausübung erfolgt, rechnen wir 2015 mit einem erheblichen Barmittelabfluss, da wir zusammen mit Cargill in die Markteinführung von Stevia im Jahr 2016 investieren würden.» Stevia hat Potenzial. Wegen des bitteren Nachgeschmacks wurde Cola «Life» nur mit etwa 50 Prozent Stevia gesüsst, heisst es bei Evolva.

Geschäftsjahr 2014

Evolva hat 2014 den Umsatz um 23 Prozent auf 10,7 Millionen Franken gesteigert. Allerdings erhöhte sich auch der Betriebsaufwand, weshalb unter dem Strich ein Verlust von 21,8 Millionen (Vorjahr: 16,2 Millionen) resultierte.

Investitionen in der Forschung und Entwicklung besonders von Stevia- und Resveratrol-Projekten in der Höhe von 23 Millionen hätten den Betriebsaufwand in die Höhe getrieben. Auch die Vertriebs- und Verwaltungskosten waren mit 9,8 Millionen Franken höher als im Vorjahr. Evolva erklärte dies mit der erstmaligen Vermarktung seiner Produkte. Zudem hätten Verwaltungsrat und Geschäftsleitung eine höhere Vergütung erhalten, die im Vorjahr «ungewöhnlich niedrig» ausgefallen war.

Dass eine Firma in den Anfangsjahren ihrer Existenz Verluste einfährt, ist nichts Ungewöhnliches. Der Geldzufluss setzte sich im vergangenen Jahr neben dem Umsatz von 10,7 Millionen aus Forschungsgebühren und sogenannten Meilensteinzahlungen in der Höhe von rund 50 Millionen zusammen.

Für das laufende Jahr ist Evolva optimistisch: Das Unternehmen erwartet eine Umsatzsteigerung von mindestens 30 Prozent. Dies unter anderem, weil erstmals Produktverkäufe einen «bedeutenden» Beitrag leisten würden. Dabei liegen die Hoffnungen unter anderem beim Nahrungsergänzungsmittel Resveratrol. Es ist das erste Evolva-Produkt. Der Stoff, dem Antikrebswirkung nachgesagt wird, ist in den Häuten der roten Trauben enthalten.