Das Restaurant hat sie schon ausgesucht, das Brautkleid ebenso. Und als Ort kommt sowieso nur einer infrage: Schloss Binningen. Melanie S.* will im Oktober heiraten. Doch die Hochzeit im Schloss bleibt ein Traum. Denn der Kanton kann der Bottmingerin nicht garantieren, dass sie auch wirklich am gewünschten Datum die Ringe tauschen wird. Angefragt hatte sie frühzeitig: Mitte Dezember 2013 – mehr als zehn Monate vor dem geplanten Hochzeitstag. «Als ich wegen des Termins auf der Zivilrechts-Verwaltung anrief, schien es, als wüsste dort niemand so recht Bescheid», erzählt Melanie S.: «Es herrschte totale Konfusion.»

Beim Kanton widerspricht man dieser Aussage. Zwar sei es zurzeit nicht möglich, bei Terminen ab September den Ort des Trauzimmers zu garantieren, räumt Andreas Rebsamen ein, Leiter der Baselbieter Zivilrechtsverwaltung. Die Termine hingegen, die könnten sehr wohl garantiert werden.

Zügelei bereitet Probleme

Schuld am Chaos ist die Reorganisation der Dienststelle. Der Kanton zieht im Rahmen des Programms Focus die heute auf sechs Standorte verteilten Mitarbeiter in Arlesheim und Liestal zusammen. Die 16 Zivilstands-Beamten kommen nach Arlesheim. Zügeltermin ist im Spätsommer. Weil die Liegenschaft zuerst umgebaut werden muss, ist noch nicht klar, wann die Trausäle in der neuen Zentrale fertig werden. Es kann also sein, dass eine Trauung noch an den alten Standorten stattfinden muss. Spätestens im Juni sollte Klarheit herrschen, verspricht Rebsamen.

Hinter die Aussage von Melanie S. setzt der Dienststellenleiter ein Fragezeichen – und beteuert: Die Schlösser seien von der Zügelei nicht betroffen und fix buchbar. «Es muss sich also um ein Missverständnis handeln.» Die Betroffene hält an ihrer Version fest.

Für Melanie S. hat die Unsicherheit Konsequenzen: Die Buchung in einem Restaurant für 80 Personen hat sie storniert. Und nach der zivilen Trauung wollten sie und ihr Verlobter ursprünglich gleich weiter in die Kirche. Mit der Reservation halten sie sich jedoch zurück. Denn spätestens vor dem Altar müssen die amtlichen Dokumente vorliegen. Führt der Pfarrer die Trauung ohne diese durch, macht er sich strafbar.

Rebsamen sagt, dass im Baselbiet im Vergleich zu anderen Kantonen bisher eine sehr lange Frist von sechs bis zwölf Monaten eingeräumt worden sei. Es gebe jedoch «keinen Rechtsanspruch auf langfristige Trauungs-Termine».

Melanie S. ist inzwischen der Geduldfaden gerissen. Sie und ihr zukünftiger Ehegatte haben entschieden, sich in einem anderen Kanton trauen zu lassen. Nun fällt ihr gemeinsames Ja-Wort in Basel-Stadt.

* Name der Redaktion bekannt.