Herr Fleury, Ihrem Restaurant geht es nicht gut. Weshalb?

Urs Fleury: Wenn es nicht gut läuft, fehlen die Gäste. Die Probleme sind vielschichtig, wir haben zahlreiche Fehler gemacht. Die Gäste kommen in ein Restaurant, um sich wohlzufühlen. Wenn der Gastgeber das Wohlfühl-Erlebnis nicht bieten kann, dann bleiben die Gäste aus. Wir haben zu spät realisiert, was wir alles falsch gemacht haben. Nun wird es schwierig, die Scherben wieder zusammenzukitten.

Sie holen Hilfe bei «Bumann der Restauranttester» von 3 +. Weshalb exponieren Sie sich in dieser desolaten Situation in einer TV-Sendung?

Zu Beginn war ich dagegen. Ich liess mich aber von meiner Partnerin überzeugen, dass dies der richtige Weg ist. Doch ich musste all meinen Mut zusammenbringen, um mich für diese Sendung zu bewerben. Denn ich bin nicht derjenige, der Auftritte in den Medien sucht. Auf der anderen Seite sagte ich mir, dass eine externe Meinung eines Fachmanns uns nur helfen kann. Meine Partnerin und ich waren uns schliesslich einig, und sie fädelte alles ein.

Kennen Sie «Bumann der Restauranttester»?

Wir haben fast alle Sendungen gesehen, teils im Internet gar die Wiederholungen angeschaut.

Was erwarten Sie von den Ratschlägen des Spitzenkochs Daniel Bumann?

Dass er uns aufzeigt, was wir falsch machen.

Das macht er ehrlich und schonungslos?

Ja. Das kennt man von ihm, wir konnten uns darauf einstellen. Bumanns Aussagen über unsere Arbeit haben uns nicht geschockt. Es ist uns wichtig, dass er uns den Spiegel vorhält. Das ist das A und O. Die Drehtage und die Zeit, die wir mit Daniel Bumann verbracht haben, werden uns helfen.

Was rät er, damit es bei Ihnen nach Wunsch läuft?

Wir ändern unser Personalkonzept: Meine Partnerin arbeitet künftig in der Küche, ich bin an der Front tätig. Dies ist sehr wichtig. Damit sind unsere Aufgabengebiete klar abgegrenzt. Unser Angebot werden wir stark reduzieren – klein, aber fein und frisch. So wagen wir einen Neuanfang, und zwar ab sofort. Daniel Bumann hat uns jedoch empfohlen, das Restaurant zu schliessen. Doch dagegen wehren wir uns. Bumann hat uns dennoch Ratschläge erteilt, ausführen müssen aber wir. Und wir müssen die Konsequenzen unseres Tuns auch tragen. Die Verpächterin wird uns bis Frühling eine neue Chance geben, was Daniel Bumann aushandeln konnte.

Sind Sie zuversichtlich?

Ich bin Optimist, teils zu optimistisch. Ohne mein Naturell hätten wir unseren Job hier im «Frohsinn» gar nie angetreten.

Was ist, wenn sich die Situation nicht bessert?

Daran denke ich gar nicht. Wir sind felsenfest davon überzeugt, dass die Anpassungen etwas bewirken werden. Und hoffen, dass die Gäste wieder kommen. Denn nun steht auch die Dorfbevölkerung in der Verantwortung, wenn Himmelried den «Frohsinn» halten will.