Die InterGGA AG, Kabelnetzbetreiberin für 13 Gemeinden im Birs-, Birsig- und Leimental, wird ab 2015 Fernsehen, Internet, Festnetztelefonie und Mobilfunk im Gesamtpaket von der Bieler Dienstleisterin Finecom Telecommunications AG anbieten.

Heute bestätigte Verwaltungsratspräsident Karl Schenk die sich schon länger abzeichnende Trennung vom bisherigen Anbieter Improware aus Pratteln. Die InterGGA will mit einer modernen Angebotspalette ihren regionalen Marktanteil von über 90 Prozent halten.

Laut Schenk waren zwei Überlegungen massgeblich für den Anbieterwechsel: Zum einen habe sich die InterGGA den wachsenden Kundenwünschen nach nicht-linearem Fernsehen anpassen müssen. Dabei handelt es sich um zeitversetztes Fernsehen, das bis zu 30 Stunden in die Vergangenheit reicht, und um «Video on Demand», also digitale Videotheken. Finecom habe dazu und zum Mobilfunk das beste Angebot gemacht.

Zum anderen habe die InterGGA die Selbstständigkeit wahren und alle Dienstleistungen in Zukunft unter der eigenen Dachmarke direkt dem Kunden anbieten wollen. Die 44 000 Kunden werden also ab 2015 ihre Abonnements für die Finecom-Produkte direkt bei der InterGGA lösen. Laut eigener Aussage praktiziert Finecom als einzige Providerin in der Schweiz dieses Modell mit den regionalen Kabelnetzbetreibern.

Versprechen: Nichts wird teurer

Finecom-Geschäftsführer Nicolas Perrenoud legt Wert darauf, dass kein Kunde zu einem höheren Tarif werde wechseln müssen: «Wo es mehr Leistung für denselben Preis gibt oder dieselbe Leistung für weniger Geld, ändert sich das Abo automatisch.»

Wo es aber teurer würde, gelte Bestandsschutz, auch für die bestehenden 9,90-Franken-Abos fürs Internet. «Unser Ziel für die Übernahme ist, keinen Kunden zu verlieren», verspricht Perrenoud. Die InterGGA schloss den Vertrag mit Finecom für fünf Jahre.

Die drei Sendeanlagen der InterGGA bleiben erhalten. Im Zuge des Dienstleisterwechsels wird die InterGGA auch selbst unter eigenem Namen den Kundensupport, das regionale Marketing und die Rechnungsstellung übernehmen. Diese Dienste übernimmt derzeit noch Improware.

Eine Übernahme von Improware-Mitarbeitern plant die InterGGA nicht. Allerdings sind laut Schenk die Kündigungsverhandlungen noch nicht abgeschlossen.

Die Suche nach einem neuen Dienstleister war bereits vor einem Jahr in die Kritik geraten, weil sich Improware beschwerte, dass die Ausschreibung so verfasst sei, dass nur Finecom alle Bedingungen erfüllen könne.

Im März jedoch entschied das Kantonsgericht, dass die InterGGA als Aktiengesellschaft der Gemeinden nicht ausschreibungspflichtig sei. «Trotzdem haben wir Improware, Finecom und Cablecom zu einer Offerte eingeladen», betonte Schenk.

Der Verwaltungsrat habe sich die Entscheidung nicht einfach gemacht, sei in Nachverhandlungen gegangen und habe sogar eine externe Firma zur Beratung zugezogen. Neben den 13 Gemeinden sind Finecom (über EBM Telecom) und Cablecom Aktionäre der InterGGA.