Die Sanierung der Kesslergrube macht Fortschritte. Bis 2020 sollen die Arbeiten an den 14'000 Quadratmetern abgeschlossen sein, die Roche von den insgesamt 52'000 Quadratmetern der Deponie im badischen Grenzach gehören. Für den Rest ist BASF zuständig. Im Unterschied zum Nachbarn entschied sich Roche für einen Gesamtaushub.

Gestern informierte Roche anlässlich der Halbzeit der Sanierungsarbeiten bei einer Medienkonferenz über den Stand der Dinge. Mittlerweile wurde die Hälfte von 315'000 Tonnen Gesamtaushub ausgehoben und zur Entsorgung wegtransportiert. Voraussichtlich bis Ende Mai will man mit dem ersten von drei Baufeldern, dem Baufeld Nord, fertig sein.

Bis Ende August aufgefüllt

Wenn nach der Entnahme von maximal 60 Proben nachgewiesen ist, dass das Erdreich nicht mehr belastet ist, kann damit begonnen werden, diesen Teil wieder mit sauberem Bodenmaterial aufzufüllen. Dies soll bis Ende August abgeschlossen sein.

Nach einer Umbauphase von drei bis vier Monaten, bei der die sechs Abluftreinigungs-Anlagen vom Baufeld Süd ins Baufeld Nord gezügelt werden, geht es im Süden weiter mit der Sanierung. «Im nördlichen Teil der Deponie gab es fast keinen Chemiemüll. Jetzt kommen die eigentlichen Hotspots», sagte Gesamtprojektleiter Richard Hürzeler. Gesamthaft liegt der Anteil von Chemiemüll in der Kesslergrube bei 15 Prozent.

Kein Kontakt mit belasteter Luft

An der Arbeitsweise wird das nichts ändern. Schon heute erfolgt der Abtransport des belasteten Erdreichs in luftdichten Hallen und die Container sind havariesicher und abgedichtet. Die Mitarbeiter, die die schweren Maschinen und Bagger fahren, befinden sich in Kabinen mit eigener Sauerstoffzufuhr. Andere dürfen nur in kompletten Schutzanzügen in die Halle. Hürzeler zeigte sich sehr zufrieden damit, dass es auf der Baustelle, die im August 2015 begonnen worden war, bisher keine Unfälle gab.

Das liegt wohl auch daran, dass Roche sich mit einem Budget von 239 Millionen Euro für keine Billigsanierung entschieden hat. Bisher gibt es keine unerwarteten Kostensteigerungen. «Was wir machen geht weit über die gesetzlichen Anforderungen hinaus», betonte Hürzeler. So wird das belastete Grundwasser sauberer als das Rheinwasser in den Fluss geleitet. Ein Liter Wasser benötigt zehn Stunden, um die Filteranlagen zu durchlaufen.

Pro Tag werden derzeit 800 bis 1000 Tonnen Erdreich abtransportiert. Das entspricht 40 Containern. Sie werden per Schiff zum Auhafen oder nach Weil am Rhein transportiert, wo sie auf die Eisenbahn umgeladen werden. Die thermische Entsorgung erfolgt dann in Anlagen in den Niederlanden oder Deutschland.