Wenn das Baugerüst in der kommenden Woche abgebaut ist, wird nur noch wenig an die aufwändige Teilsanierung der Ruine Farnsburg oberhalb der Gemeinde Ormalingen in den vergangenen Monaten erinnern. Seit Juni hatte ein kleines Team eines Unternehmens, das sich auf Sanierungsarbeiten an historischem Mauerwerk spezialisiert hat, an der Ruine gearbeitet. Kürzlich wurde die Sanierung nun abgeschlossen.

Im Frühling 2012 war festgestellt worden, dass die Schildmauer der Farnsburg stark beschädigt war. Die Aussenschale hatte sich auf der östlichen Seite stark vom Mauerkern gelöst. Zudem hatten sich auf der Aussenseite der Schildmauer seit längerem vorhandene Ausbrüche stark vergrössert. Weil Steinschläge und im schlimmsten Fall gar der Einsturz von Teilen der Schildmauer drohte, musste die Farnsburg im Juni 2012 für die Öffentlichkeit gesperrt werden.

Nachdem bekannt geworden war, dass der Kanton Basel-Landschaft für die Sanierungsmassnahmen kein Geld zur Verfügung stellen wollte, war ein Aufschrei durch die Bevölkerung gegangen. Aufgrund einer Vereinbarung aus den 1930er-Jahren zwischen dem Grossvater des heutigen Besitzers Markus Dettwiler und dem Kanton wäre der Kanton aber eben gerade dafür zuständig gewesen (siehe Box). Erst nach einem entsprechenden Postulat des damaligen SVP-Landrats und heutigen Regierungsrats Thomas Weber hatte der Landrat den erforderlichen Sanierungskredit über 275'000 Franken gesprochen.

Sanierungskredit leicht überzogen

Knapp 300'000 Franken hat die Sanierung gekostet. «Damit sind wir ganz knapp im erlaubten Rahmen geblieben», sagt Kantonsarchäologe Reto Marti. Es sei eine grosse Herausforderung gewesen, die erlaubte Kostenüberziehung von maximal zehn Prozent nicht zusätzlich zu überschreiten. «Eine detaillierte Kostenabschätzung konnten wir erst machen, als die Mauer nach Sprechung des Kredits geöffnet werden konnte», so Marti. «Und wir haben tatsächlich den ‹Worst Case› angetroffen.»

Bei der Sanierung wurden nun die Ausbrüche geschlossen und das östliche Ende der Schildmauer mit mehreren Metallklammern stabilisiert. Zudem wurden die Kronen und der Laufgang auf der Schildmauer abgedichtet, damit kein Regenwasser mehr in den Mauerkern eindringen kann. Ursache der Schäden war nämlich hauptsächlich Regenwasser, das ins Mauerwerk eingesickert war, bei Frost gefror und so zu Absprengungen führte.

Weitere Sanierungsarbeiten nötig

«Dasselbe Problem besteht in weniger gravierender Ausprägung auch auf der Westseite der Schildmauer», sagt Projektleiter Michael Schmaedecke. Aufgrund der fehlenden finanziellen Mittel müsse die Sanierung dieses Teils aufgeschoben werden. «Es droht aber derzeit keine Gefahr für die Besucher der Farnsburg», so Schmaedecke.

Seit Sommer war die Ruine Farnsburg der Öffentlichkeit in Teilen wieder zugänglich gewesen. Nach dem Abbau des Baugerüsts in der kommenden Woche wird die Farnsburg wieder komplett zu besichtigen sein.