Insgesamt über hundert Wohnungen sollen auf den Arealen Bodmen und Stockacker in Reinach entstehen. Für die Gemeinde steht fest: An beiden Orten sollen Wohnbaugenossenschaften im Baurecht für günstigen Wohnraum sorgen.

«Wir würden kurzfristig mehr einnehmen, wenn wir die Areale auf den Markt werfen würden», sagt Gemeindepräsident Urs Hintermann (SP). «Aber wir brauchen einen Bevölkerungsmix in Reinach, nur das sorgt für Leben.»

Wettbewerb und Quartierplan

Um es den Genossenschaften einfach zu machen, hat die Gemeinde einige Vorarbeit geleistet. Für den Stockacker liegt ein Bebauungskonzept vor, um 64 familienfreundlichen Wohnungen zu erstellen. Beim Bodmen befindet sich nach einem Planungswettbewerb derzeit ein Quartierplan in der Vernehmlassung.

In der einen Hälfte soll eine Genossenschaft 41 Seniorenwohnungen erstellen, eine andere auf der übrigen Hälfte Wohnungen für Familien.

Beide Areale sind gut mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen, sie befinden sich in verkehrsberuhigten Zonen. Zudem sind die Schulen nicht weit. Baugenossenschaften erfahren derzeit viel Goodwill, sie gelten als Lösung zur Entspannung des Wohnungsmarkts. Und von den Wohngenossenschaften selber hört man oft, sie würden gerne investieren, wenn nur Bauland vorhanden wäre.

Unter solchen Umständen hätte man erwarten können, dass die Genossenschaften Schlange stehen, um die beiden Reinacher Areale im Baurecht zu übernehmen. Mit einem grossen Andrang rechnete auch Hintermann - doch er wurde enttäuscht. «Von einem Run kann keine Rede sein», sagt er. Nur für die 41 Alterswohnungen im Bodmen hat die Gemeinde bereits die Wohnbaugenossenschaft Rynach gefunden.

Für den anderen Teil des Bodmen-Areals interessieren sich gerade mal zwei Wohnbaugenossenschaften. Immerhin scheint dort eine Lösung in Sicht. Das sagt Jürg Vitelli, Präsident der Nordwestschweizer Sektion des Verbands Wohnbaugenossenschaften Schweiz.

Er rechnet vor: Um dort die rund 20 Wohnungen zu erstellen, brauche es rund zwei Millionen Franken Eigenkapital (bei maximal 80 Prozent Fremdfinanzierung). «Das kann eine Wohnbaugenossenschaft gerade noch aushalten», sagt der Basler SP-Grossrat Vitelli.

Bereits anderswo engagiert

Schwieriger sei die Lage beim Stockacker. Dort brauche es rund sechs Millionen Franken Eigenkapital. Das könnten nur die ganz grossen regionalen Player stemmen, etwa die Wohnbaugenossenschaft Wohnstadt oder die Basler Wohnbaugenossenschaft. Doch die Genossenschaften seien anderswo engagiert, nicht nur in Basel, sondern auch in den Agglomerationsgemeinden. «Sie sind derzeit finanziell am Limit.»

Das Areal auf zwei Genossenschaften aufzuteilen, schaffe erfahrungsgemäss administrative Probleme. Stattdessen hofft er auf externe Hilfe: Einerseits in Form von günstigen Krediten von der öffentlichen Hand; andererseits vom verbandsinternen Solidaritätsfonds und von privaten Wohnbauförderern.

Vitelli ist überzeugt: «Wir werden das in Reinach schon hinkriegen.»