Herr Burgunder, der Landrat hat in seiner Sitzung vom Donnerstag deutlich gemacht, dass es bei der Entwicklung von Salina Raurica unbedingt bald weitergehen muss. Welche Herausforderungen stellen sich jetzt?

Stephan Burgunder: Bisher hatten wir mehr «Salina Traurica» als Salina Raurica. Die positiven Signale des Landrats bezüglich Verlegung der Rheinstrasse und zur Verlängerung der Tramlinie 14 stimmen mich jedoch sehr zuversichtlich. Zudem bin ich hocherfreut, dass die Bau- und Planungskommission die Anliegen der Gemeinde Pratteln ernst genommen und die Entflechtung des motorisierten Individualverkehrs und des Trams aufgenommen hat. Das ist ein positives Zeichen und schafft Vertrauen. Schwierig bei Salina Raurica sind nach wie vor die zerstückelten Besitzverhältnisse und die daraus resultierende Komplexität der Planung.

Was hat die Entwicklung von Salina Raurica bisher so verzögert?

In der Vergangenheit mussten wir immer wieder Partikularinteressen berücksichtigen: Da war der Modal-Split von 35 Prozent öV-Anteil, der im Spezialrichtplan festgehalten ist, die Debatten um Tram oder die Verlegung der Strasse, die Grünzone und das Amphibienschutzgebiet. Da musste ein Stein nach dem anderen aus dem Weg geräumt werden. Auch jetzt geht es nur schrittweise vorwärts.

Welche Rolle würde die Streichung des Modal-Splits von 35 Prozent öV-Anteil für Pratteln spielen?

Pratteln und ich persönlich setzen uns stark für die Verlängerung der Tramlinie 14 bis nach Augst ein. Die dereinst notwendigen Kapazitäten für Salina Raurica können nicht mit einem Bus bewältigt werden. Natürlich fährt dann niemand mit dem Tram von Augst nach Basel, aber vielleicht von Augst bis Muttenz Dorf, weil das Tram zum Beispiel gerade diese beiden Gebiete optimal erschliesst. Wenn das Tram kommt – das Mobilitätsmanagement wurde bereits durch den Landrat bewilligt –, dann ist für mich persönlich die Formulierung sekundär. Wichtig ist, dass bei der Erschliessung dieses Gebiets ein möglichst hoher öV-Anteil erreicht werden kann.

Die FDP machte deutlich, dass sie der geplanten Tramverlängerung ihre Zustimmung noch nicht mit Sicherheit gibt, sondern erst weitere Entwicklungen abwarten will.

Ich kann die Vorbehalte der FDP gegen die Umsetzung der Tramverlängerung durchaus verstehen. In der Vergangenheit ist im Gebiet Salina Raurica tatsächlich nicht viel gegangen. Ich verstehe den Input nicht als Kritik, sondern als Auftrag: Jetzt müssen wir den Beweis antreten, dass wir eine Entwicklung in dem Gebiet hinkriegen. Dann – und davon bin ich felsenfest überzeugt – wird auch die FDP ihr Ja zum Projekt geben.

Welchen Schritt unternimmt die Gemeinde als nächsten?

Wir machen jetzt vorwärts, mit Hochdruck. Zurzeit sind 34 Grundeigentümer auf dem Gebiet. Als Nächstes müssen die drei grössten, sprich: die Gemeinde Pratteln, der Kanton Baselland und die Roche, sich einig werden, wie es weitergehen soll. Dann kann man die übrigen Grundbesitzer ins Boot holen. Ich bin guten Mutes, dass wir uns jetzt finden und werde die Entwicklung aktiv vorantreiben.

Medienberichten zufolge stellt sich die Roche bisher noch quer.

Für Pratteln sind auch die anderen Landeigentümer wichtige Stakeholder. Roche ist der grösste Eigentümer und darum sicherlich ein wesentlicher Player. Sobald wir soweit sind, werden wir den Landeigentümern die weiteren Planungsschritte wie Testplanung oder den Studienauftrag aufzeigen und im Gegenzug ihre Erwartungen abholen. Wenn uns das gelingt und alle an einem Strick ziehen, werden wir das Projekt entscheidend vorantreiben. Nach wie vor ist die Komplexität des Projekts mit Landumlegungsverfahren et cetera äusserst hoch. Und ich kann nur wiederholen, dass die Bagger weder heute noch morgen auffahren.