Bürgerratspräsident Hans-Ulrich Studer konnte und wollte am Dienstag nicht mehr zum möglichen Salzabbau der Schweizer Saline in der Rütihard sagen. «Wir versuchen alles Erdenkliche, die beste Lösung zu finden», sagte Studer. Auch die Bürgergemeinde sei daran interessiert, zur Rütihard Sorge zu tragen. «Es ist das beste Land, das wir haben und wir wollen den Landwirten keinesfalls die Existenz berauben.»

Dass Landwirt Ruedi Brunner am Montag die bevorstehenden Sondierbohrungen in der Rütihard an der Öffentlichkeit breitschlug, erfreute den Bürgerratspräsidenten nicht. «Es gibt nichts dagegen einzuwenden, dass jemand opponiert», sagt Studer. Doch der Bürgerrat hätte am 29. März über den Amtsanzeiger informieren wollen. «Jetzt ist es ein Kesseltreiben.» Im Juni stellt die Bürgergemeinde das Projekt zudem gemeinsam mit der Saline an der Bürgergemeindeversammlung vor. Heute Mittwoch schon treffen sich Bürgerratspräsident, Vertreter der Saline und Landwirt Brunner zur Aussprache.

Ruedi Brunner ruhte am Dienstag nicht. Er wolle die Bevölkerung darauf aufmerksam machen, was der Salzabbau bedeuten könnte. Gemeinsam mit einem Berufskollegen installierte der Muttenzer Landwirt an den Standorten der 30 potentiellen Bohrlöcher Signalschilder.

Wenn es auf der Rütihard tatsächlich zum Salzabbau kommt, werden keine dauerhaften Bohrtürme aufgestellt. Das mobile Bohrgerät stehe an jedem Bohrloch ungefähr drei Wochen. Für eine Etappe mit sechs bis acht Bohrlöchern rechnet die Schweizer Saline mit neun bis zwölf Monaten Bauzeit. Dann würden die Gräben des Leitungsbaus renaturiert und seien wieder für die Landwirtschaft nutzbar. Je nach Salzbedarf erschliesst die Saline rund alle fünf Jahre eine neue Etappe. «Nach Ende der Salzförderung werden sämtliche Anlagen rückgebaut und das Land ist wieder uneingeschränkt nutzbar. Es bleibt nichts zurück», sagt Urs Hofmeier, Geschäftsführer der Schweizer Saline.