Samira Marti freut sich sehr auf das Nationalratsamt. «Es ist eine grosse Chance, aber auch eine grosse Verantwortung», sagt die SP-Politikerin. Mit dem Verzicht von Kathrin Schweizer wird sie für Susanne Leutenegger Oberholzer nachrücken können. Gerade mal 24 Jahre alt wird sie damit gegen Ende Jahr den kürzlich angelobten Fabian Molina als jüngstes Parlamentsmitglied bereits wieder ablösen. Der Zürcher SP-Nationalrat wird im Sommer doch schon 28 Jahre alt.

Trotz ihrer jungen Jahre weiss Marti genau, was sie will: «Ich politisiere, um ändern zu können, was mich stört.» Ihr Hauptaugenmerk möchte sie dabei auf die Finanz- und Steuerpolitik legen. Keine Überraschung. Immerhin absolviert sie in Zürich den Master in Science in Volkswirtschaft. Als Ziel hat sie sich nicht weniger als eine Wende in der Schweizer Finanzpolitik gesetzt, denn diese stecke in einer Sackgasse. Als Problem erachtet Marti etwa den Steuerwettbewerb unter den Kantonen, womit sich diese gegenseitig «kaputt wirtschaften» würden. «Baselland ist das beste Beispiel dafür.»

Die klaren Ziele erstaunen kaum. Denn, obwohl noch sehr jung, kann Marti bereits eine beachtliche Politlaufbahn aufweisen. So war sie als Co-Präsidentin der Baselbieter Juso wesentlich daran beteiligt, dass sich diese als wählerstärkste Jungpartei im Kanton etablieren konnte. 2016 kandidierte Marti dann für das Präsidium der Juso Schweiz, musste aber Tamara Funiciello den Vortritt lassen. Ganz nebenbei amtet sie noch als Vizepräsidentin der Baselbieter SP.

«Ich habe viel von Leutenegger gelernt»

Samira Marti gilt als Wunschnachfolgerin von Leutenegger Oberholzer. In einem parteiinternen Nachwuchsprojekt hatte diese die Jungpolitikerin vor ein paar Jahren unter ihre Fittiche genommen. «Ich habe viel von ihr gelernt», sagt sie.

Ihre Stelle als Projektleiterin bei der SP Schweiz wird Marti kündigen. Neben dem Abschluss des Studiums will sie genügend Zeit für ihr neues Mandat haben. «Ich finde es wichtig, dass in Bern auch die Anliegen junger Menschen vertreten werden», sagt sie. «Das wird eine Bereicherung für das Bundesparlament sein.»