Sandra Sollberger, herzlichen Glückwunsch zur Wahl. Welches wird Ihr erstes Dossier sein, dass Sie in Bern anpacken?

Sandra Sollberger: Da möchte ich mich noch nicht festlegen. Das Wichtigste ist, dass ich mich möglichst schnell in den ganzen Betrieb im Nationalrat einarbeiten kann. Ich weiss ja noch nicht einmal, in welche Kommission ich komme.

Wie überrascht sind Sie von Ihrem Wahlerfolg? Im Vorfeld der Wahlen wurde Ihnen ja der zweite Platz hinter dem bisherigen SVP-Nationalrat Thomas de Courten durchaus zugetraut.

Ich bin dennoch ziemlich stark überrascht. Als Ziel hatte ich mir gemeinsam mit meinem Mann den vierten Platz auf der SVP-Liste gesetzt; auf den dritten Platz habe ich insgeheim geschielt. Mein Favorit auf Platz zwei war Dominik Straumann, wegen seiner starken Verwurzelung im Unterbaselbiet. Dass ich mich trotzdem auf so einer starken SVP-Liste durchsetzen konnte, ist für mich doppelt erfreulich.

Was war Ihr Erfolgsrezept?

Ich denke, es war das Gesamtpaket, für das ich einstehe. Ich komme aus einem Handwerkerbetrieb, arbeite auch mit den Händen und nicht nur mit dem Kopf. Als Typ Mensch wissen alle, woran sie an mir sind. Ich kann mich nicht verstellen. Zudem werte ich mein Resultat als Bestätigung meiner Arbeit im Landrat und auch meines guten Resultats bei den Landratswahlen im Frühjahr.

Sie sprechen die Landratswahlen vom Februar an. Wie geht es weiter mit Ihren bisherigen politischen Ämtern?

Ich habe schon immer gesagt, dass ich bei einer Wahl in den Nationalrat meinen Sitz im Bubendörfer Gemeinderat und den Landratssitz abgeben werde. Auf den genauen Zeitpunkt der Rücktritte möchte ich mich aber noch nicht festlegen. Bestimmt mache ich dieses Jahr noch fertig. Fest steht, dass im Landrat Reto Tschudin aus Lausen für mich nachrücken wird. Ich werde auch einige Abläufe im heimischen Familienbetrieb reorganisieren müssen, aber dabei hilft mir mein Mann.

Was war Ihr persönliches Wahlkampf-Highlight?

Die Unterstützung, die ich gestern und am heutigen Wahltag erhalten habe, war unwahrscheinlich. Per Mail, per SMS, quer über alle Parteien hinweg habe ich Aufmunterungen und Zuspruch erhalten. Das hat mich sehr gerührt.

Was wollen Sie in Bern grundsätzlich bewirken?

Die Stärkung des Ansehens unseres Kantons liegt mir sehr am Herzen. Man redet ja in Bern immer nur von den «Baslern», wenn wir gemeint sind. Künftig darf öfter das Wort «Baselbieter» fallen. Aber natürlich möchte ich für die gesamte Region etwas bewirken, in enger Zusammenarbeit mit meinen anderen Nationalratskollegen aus den beiden Basel.

Sie sind jetzt die fünfte Baselbieter Nationalrätin. Was bedeutet das für Sie?

Nichts. Ob Frau oder Mann, das spielt für mich keine Rolle. Auf die Fähigkeiten der Person kommt es an.