Steil führt der Weg von Flüh hinauf, auf Mergel dem Waldrand entlang. Vom Bergfried, dem 34 Meter hohen Hauptturm der Landskron, schweift der Blick über Felder und blühende Kirschbäume. Obwohl die Wolken tief in den Tälern hängen, wärmt die Sonne sanft. Das beliebte Ausflugsziel heisst an diesem Freitag zu Recht «Krone des Landes».

Neue Einbruchstellen gefunden

Doch auch hier oben ist nicht alles paradiesisch. Die Verwitterung macht der Burg zu schaffen. «Wir haben jedes Jahr Verwaschungen, der Efeu reisst den Mörtel auf», erklärt Max Wyss, Vizepräsident des Vereins «Pro Landskron». Die Vereinsmitglieder kümmern sich unter anderem um den Erhalt der Burg, jeden Frühling haben sie mit Frostschäden zu kämpfen.

Abkühlen und wieder Erwärmen setzt Steinen und Mörtel zu. Wyss zeigt sieben Stellen, an denen Steine freiliegen, jederzeit könnten sie sich herauslösen und jemanden verletzen. Holzstangen stützen das Gemäuer provisorisch.

Weitere Sanierungen nötig

Der Verein «Pro Landskron» lud deshalb letzten Samstag zum ersten Mal zu einer grösseren öffentlichen Sanierungsaktion. 14 Freiwillige verputzten die Fugen mit eigens originalgetreu hergestelltem Mörtel. «Wir wollen die Mörtelarbeiten so gut wie möglich nachbauen», erläutert Wyss den Aufwand. Bei der Sanierung haben sie laut Vorstandsmitglied Marcel Wagner sogar neue Einbruchstellen gefunden.

«Das Problem ist, dass die Mauern früher oben zu waren, heute sind sie ungedeckt.» Wasser könne durchlaufen Sie begännen deshalb die Mauern systematisch oben zu versiegeln, erklärt Wagner. Weitere Sanierungsaktionen sind für den 23. Juni und den 22. September geplant.

Aufwertungen im letzten Jahr

Neben Schäden am Gemäuer kämpft der Verein mit wuchernden Pflanzen, liegengelassenem Abfall und Vandalismus. Viele der Vereinsmitglieder sind mit Herzblut dabei. Jürg Tischhauser zum Beispiel vermisst aus freien Stücken in aufwändiger Arbeit die Landskron neu, da es keine aktuellen Pläne gibt. Letztes Jahr setzte der Verein zudem zwei grössere Projekte um: Fünf Sonnensegel können zum Schutz temporär über die beiden Aussenhöfe gespannt werden. Eine neue Eisentreppe ermöglicht erstmals, die gesamte Burg zu Fuss zu umrunden.

Auch künftig wird es viel zu tun geben für den Verein. Das nächste grössere Projekt ist laut Wyss die Sanierung des Pulverturms, den die Alliierten 1814 nach ihrem Sieg über Napoleon teilweise sprengten. Er soll dicht gemacht werden, damit nicht mehr Wasser von oben durchdringen und die Verwitterung befördern kann. Ganz dem Motto von Wyss getreu: «Wir wollen die Landskron nicht neu bauen, sondern erhalten.»