Nachdem der Streit zwischen dem amtierenden FDP-Nationalrat Hans Rudolf Gysin und dem Nationalratskandidaten Martin Wagner zu einem weiteren Eklat in der Baselbieter FDP geführt hatte, trafen sich gestern die sieben Nationalratskandidaten zu ihrer ersten Wahlkampfsitzung. «Wir hatten eine hervorragende Sitzung. Alle waren einer Meinung», sagt FDP-Präsident Michael Herrmann. Gemeinsam habe man entschieden, für die persönliche Freiheit und eine starke Wirtschaft zu kämpfen.

Wie einig sich die Kandidaten aber wirklich sind, zeigt eine Umfrage der bz. So kommt Martin Wagners Wahlkampf-Strategie bei Patrick Schäfli gar nicht gut an. Man müsse mit den anderen Parteien sachpolitisch verhandeln und nicht auf Personen schiessen, findet der Prattler Landrat. Der künftige Landrat Balz Stückelberger kann die Haltung des ehemaligen Verlegers der «Basler Zeitung» hingegen verstehen. Auch er grenze sich klar von der SVP ab. Dass Wagners Auftritte ihren eigenen Wahlkampf negativ beeinflussen könnten, bezweifeln aber alle Kandidaten.

Zur Auseinandersetzung zwischen Gysin und Wagner wollte Herrmann sich nicht weiter äussern. Nur so viel: Er habe einen Termin für eine Aussprache mit Gysin vereinbart. Das genaue Datum wollte der Parteipräsident jedoch nicht verraten. Dies sei eine parteiinterne Angelegenheit und müsse nicht in der Öffentlichkeit diskutiert werden. Herrmann lässt ausserdem durchblicken, dass auch bereits ein Gespräch mit Martin Wagner stattgefunden hat. Dass er ihm dabei von weiteren Angriffen auf die SVP abgeraten hat, dementiert der Gelterkinder nicht.