Bei einem der drei bisher registrierten Unfälle wurde ein Velofahrer so schwer verletzt, dass er mit der Rega ins Spital geflogen werden musste.

Dies hat den Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) auf den Plan gerufen. «Der Kreisel ist bisher nicht velotauglich», sagt Stephanie Fuchs, Geschäftsführerin der VCS-Sektion beider Basel. In einem Katalog hat Fuchs auch aufgrund eines Augenscheins vor Ort die Gefahren für die Velofahrer zusammengestellt und nach Massnahmen des Kantons gefragt. Bisher hat die Bau- und Umweltdirektion noch nicht darauf reagiert. In der Basellandschaftlichen Zeitung äussert sich der Kantonsingenieur Oliver Jacobi nun erstmals dazu.

Konflikt Velofahrer-Autofahrer

Ein Kritikpunkt betrifft die Durchfahrt von Pratteln her in Richtung Liestal: Die Autofahrer könnten laut Fuchs den Kreisel praktisch ungebremst in einer Geraden passieren. Die Velofahrer hingegen machten im Kreisel einen Bogen, wodurch sie bei der Ausfahrt Rheinstrasse Süd in Richtung Liestal in Bedrängnis kämen, weil die Autofahrer schneller seien. «Welcher Velofahrer getraut sich schon, bei dieser breiten Fahrbahn in der Mitte zu fahren?», fragt sich Fuchs.

Für den Kantonsingenieur Jacobi sollen die nachträglich aufgestellten Hinweistafeln die Velo- und Autofahrer an ihre Pflicht erinnern: Die Velofahrer sollten in der Fahrbahnmitte fahren, die Autofahrer dürften sie dann nicht überholen. Zudem seien bereits Massnahmen erfolgt, um die Sicherheit zu verbessern. Die linke Einspurstrecke auf der Rheinstrasse Nord von Pratteln her wurde vor einem Monat mit Leitbaken gesperrt, damit der Verkehr nur noch einspurig in den Kreisel fährt.

Den Vorschlag von Fuchs, die linke Spur zu öffnen und dafür die rechte zu schliessen, um die Autos zu einer Bogenfahrt zu zwingen, kontert Jacobi: «Die Rheinstrasse ist eine Versorgungsroute für Ausnahmetransporte.» Die überlangen und bis zu
6,5 Meter breiten Kompositionen würden dann die Kurve nicht mehr kriegen.

Weitere Massnahmen seien geplant, um das Problem der geraden Durchfahrt zu beheben. Mehr dazu wollte Jacobi noch nicht sagen. Der Kantonsingenieur hält fest: «Ich setzte mich dafür ein, dass der Kreisel erst eröffnet wurde, als alle Massnahmen für die Velofahrer realisiert waren.» Rund eine Million Franken hat der Kanton für die Velos verbaut. Darunter fällt die Unterführung von Liestal her in Richtung Pratteln und der Linksabbieger für Velos in Richtung Schauenburgerstrasse und Radackerquartier.

Das Problem ist: Der Kreisel ist für den Zustand der grössten Belastung dimensioniert. Von Sommer 2011 bis Ende 2013 wird auch der Verkehr von der Umfahrung Liestal Richtung Pratteln über den Kreisel geführt. Dafür wurde die zweistreifige Zufahrt auf den Kreisel von Pratteln her gebaut. Jacobi: «Laut Berechnungen brauchen wir beide Spuren. Nun soll eine Simulation prüfen, ob es wirklich so ist.»

Ab 2013 weniger Verkehr

Mit der Fertigstellung der H2 Pratteln-Liestal Ende 2013 wird die Verkehrsdichte auf der Rheinstrasse rapide abnehmen. «Die Aufhebung der zweistreifigen Zufahrt von Pratteln her wird geprüft. Ich glaube nicht, dass es sie dann noch braucht», sagt Jacobi. «Die Breite der Kreiselfahrbahn bleibt aber wegen der Ausnahmetransporte erhalten.» Dies versteht Fuchs nicht: «Ausnahmetransporte überfahren sowieso die ganze Kreiselinsel. Für den Normalverkehr könnte die Breite der Kreiselfahrbahn reduziert werden.»