Die Christoph-Merian-Stiftung (CMS) gibt sich diplomatisch: «Ich kann mich nicht wirklich in das Initiativkomitee hineinversetzen», sagt Sprecher Toni Schürmann. Vielleicht könne man den Initianten aber noch «die Sinnhaftigkeit» des CMS-Engagements klar machen.

Der Hintergrund: Gestern publizierte die Bau- und Planungskommission (BPK) ihre Haltung zur Zukunft des Schlosses und des Hofgutes Wildenstein. Sie empfiehlt dem Landrat, den vom Regierungsrat beantragten Kredit über 1,7 Millionen Franken für den Neubau eines Freilaufstalls gutzuheissen. Dieser ist zwingend, will das Hofgut weiter biologische Landwirtschaft betreiben.

Der Clou: Der Kanton müsste die Summe bloss vorschiessen, da die CMS das Hofgut übernehmen möchte und sämtliche Kosten tragen würde. Zudem möchte sie den Betrieb des Guts mit seiner unter Naturschutz stehenden Umgebung weiterführen und diesen in Pacht an den bereits heute zuständigen Landwirt Dominic Sprunger abgeben.

Schloss und Hofgut als Einheit

Der Knackpunkt: Die CMS kann das Hofgut Wildenstein nicht bloss im Baurecht übernehmen - wie es etwa beim Schloss Wildenstein über eine von der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) finanzierte Stiftung vorgesehen ist -, sondern müsste es kaufen. Dies, weil gemäss Gesetz nur die Eigentümerin der Ländereien diese an einen Pächter vergeben kann.

Genau das passt Paul Schär von der Aktionsgruppe Wildenstein/Schloss Bottmingen nicht: «Das Hofgut und das Schloss dürfen nicht auseinandergerissen werden.» Er sei nur einverstanden, wenn «Schloss und Gutsbetrieb gemäss heutigen Eigentumsrechten des Kantons in eine von der BLKB getragenen Stiftung eingebracht werden». Deswegen denkt der Pfeffinger alt Landrat Schär auch nicht daran, die im März lancierte Volksinitiative zurückzuziehen.

Dabei kommt die CMS dem Kanton und den Initianten bereits stark entgegen. «Wir versuchen, den Schlossfreunden die Ängste zu nehmen», sagt Schürmann. Dies unter anderem dadurch, dass die CMS dem Kanton ein Vorkaufsrecht einräumt, sollte sie das Hofgut dereinst verkaufen wollen. Auch am öffentlichen Zugang - einer zentralen Forderung der Initianten - soll sich nichts ändern.

Nächste Woche gibt es Aussprache

«Es bleibt alles wie bisher, ausser dass es neue Ansprechpartner gibt», sagt auch Pächter Sprunger. Für ihn steht fest: «Die Lösung mit der CMS ist die bestmögliche überhaupt.» Er habe sich zwar auch überlegt, den Hof selbst zu kaufen, doch könne eine Stiftung wie die CMS die anstehenden Investitionen natürlich viel besser stemmen. Sprunger hat noch eine eigene These: «Ich kenne die Initianten. Das sind alles ehemalige Politiker, die der jetzigen Regierung ans Bein pinkeln wollen.» Auch könne er sich vorstellen, dass es manchen stört, dass sich mit der CMS eine Basler Institution um Wildenstein bemüht.

BPK-Präsident Franz Meyer hat derweil auch eine klare Meinung: «Das Schloss Wildenstein ist Kulturgut, das Hofgut aber nicht. Es kann nicht Aufgabe des Kantons sein, den öffentlichen Zugang zu einem Bauernhof zu garantieren.» Und die Pflege der geschützten Umgebung sei durch den Pächter sichergestellt. Etwas Hoffnung besteht: Nächste Woche trifft sich die Aktionsgruppe mit der Baselbieter Regierung, um sich auszutauschen. Fruchtet alles nicht, wird es voraussichtlich im März 2013 zu einem Urnengang mit Initiative und Gegenvorschlag kommen.