Eigentlich gab es eine Planungskommission, und vorher noch eine «Kommission Retouch», die eine zukünftige Nutzung der beiden alten Prattler Schulhäuser (die bz berichtete) genauestens analysiert hatte. Und auch die Unterstützung für die Sanierung beider Häuser ist gross: Es soll Räume für die Pfadi, für die Musikschule und die Prattler Vereine geben.

Doch nicht alle Politiker wollten die Baukredite von insgesamt rund 7,8 Millionen Franken am Montag im Einwohnerrat einfach so durchwinken. Die SVP plädierte sogar dafür, die Vorlagen zurückzuweisen: Es fehle ein Gesamtkonzept, eine Tiefgarage beispielsweise würde auch die Parkplatzprobleme auf dem Schmittiplatz lösen. Einwohnerrat Urs Hess (SVP) schlug etwa auf dem Areal einen Neubau für die Gemeindeverwaltung vor.

Entscheid im Herbst

«Ein wenig mehr räumliches Vorstellungsvermögen hätte ich Dir schon zugetraut. Hier willst Du die Gemeindeverwaltung reinbauen? Wie viele Stellen willst Du dafür denn abschaffen?», spottete daraufhin Gert Ruder (SP). «Ich wohne hier seit es mich gibt. Und ich will diese zwei alten Häuser behalten. Ich will nicht, dass sie plattgemacht werden», sagte sein Parteikollege Kurz Lanz. Und auch Roger Schneider (Unabhängige) argumentierte, die Häuser stünden für ein Stück Identität in Pratteln. «Wir können nicht jedes Jahr alte Häuser abreissen, und uns in 50 Jahren dann wundern, dass alle weg sind», fand auch Andrea Klein (FDP-Mitte).

Mit 20 gegen 13 Stimmen überwies der Rat die Vorlagen schliesslich der paritätisch zusammengesetzten Bau- und Planungskommission: Dort sollen die Projekte noch einmal begutachtet werden. Der Einwohnerrat wird dann im Herbst noch einmal über die Baukredite befinden.

Dorfkern wird umfahren

Quasi in letzter Minute beschloss der Rat am Montag auch die Weiterführung des Ortsbusses: Mit 22 gegen 14 Stimmen entschied er sich für eine Variante, die statt des Dorfkerns auch künftig die Haltestellen Aegelmatt und Chästeli bedient. Es bestand Zeitdruck, da die Fahrplandaten vor dem 1. Juli übermittelt werden müssen. Die heutige Verbindung von der Lachmatt zum Aquabasilea ist nun ab Dezember definitiv gestorben.

Ohne Diskussionen wählte der Rat auch sein Büro für die neue Amtsperiode: Bis Juni 2016 ist Dominique Häring (CVP) aus der Fraktion FDP-Mitte die neue Einwohnerrats-Präsidentin. Für die Vizepräsidien wurden Stephan Bregy (FDP) und Sylvie Anderrüti (SP) gewählt.