Fährt heute auf unseren Strassen eigentlich nur noch designmässiger Einheitsbrei umher? «Auf all den SUV könnte man ja einfach das Namensschild austauschen, und keiner würde den Unterschied merken», spottet Stephan Musfeld. Doch diese Frage, die dem Oldtimer-Freak und Museumsbetreiber beim Fahren plötzlich in den Sinn kam, liess ihn nicht mehr los. Die Antwort kommt in Form der jüngsten Sonderausstellung im Muttenzer Pantheon: «Ikonen & Boliden» heisst diese schlicht und ist noch bis 13. Oktober zu sehen.

«Jene Hersteller, die auch heute noch aussergewöhnliche Fahrzeuge bauen, sind dieselben, die in der Vergangenheit Ikonen der Automobilgeschichte hervorgebracht haben», sagt Musfeld. Den Beweis für seine These erbringt der pensionierte Bauunternehmer mit jeweils zwei Modellen des gleichen Herstellers, deren Baujahr um Jahrzehnte auseinander liegt und die trotzdem dieselbe Formensprache sprechen.

Immense Leistungsunterschiede

Das muss nicht überall so offensichtlich sein wie beim Direktvergleich zwischen dem unverwechselbaren Porsche-911-Carrera-Design – der ausgestellte 2.7 RS stammt von 1973 – und dem GT 3 von 2018. «Selbst beim aktuellen F-Typ von Jaguar sind die Linien eine eindeutige Weiterführung des E-Typs von 1964», ist sich Musfeld sicher.

Dasselbe treffe auf die Corvette von Chevrolet zu: Die beiden ausgestellten Modelle liegen 58 Jahre auseinander, wobei die moderne Corvette ein Drittel mehr Hubraum, mit 660 PS mehr als doppelt so viel Kraft und mit 315 km/h Spitze fast 75 km/h mehr Tempo aufweist wie ihre Grossmutter. Solch immense Leistungssteigerungen finden sich bei allen der ausgestellten 28 Blechwunder. Und wenn wir schon bei den Zahlen sind: Insgesamt sind 11'000 PS auf den 3000 Quadratmeter Ausstellungsfläche versammelt.

Für den nötigen Zusatz-Glamour sorgt das legendäre James-Bond-Vehikel Aston Martin DB 5, das in «Goldfinger» und «Thunderball» unvergessliche Auftritte hatte. Ob Daniel Craig in seinem neuesten Streifen den in Muttenz ausgestellten DB 11 mit Baujahr 2019 fahren wird, ist noch streng gehütetes Geheimnis.

   

Mehr Infos unter www.pantheonbasel.ch