Es ist laut im KV-Saal des Bildungszentrums kvBL Liestal. Schüler strömen in den Saal, suchen sich einen Platz. Es wird über Buchungssätze und lineare Funktionen diskutiert. Einige Schüler tippen noch kurz eine SMS, andere fragen sich, ob der Schulleiter anwesend ist oder nicht. Im Vorfeld des Staatskunde-Anlasses deutet bei der Schülerschaft wenig darauf hin, dass in wenigen Augenblicken bekannte Politiker über die National- und Ständeratswahlen debattieren werden. Maya Graf (Grüne), Eric Nussbaumer (SP), Simon Oberbeck (JCVP) sowie Caspar Baader (SVP) steigen auf das Podium und unterbrechen die Diskussionen der Schüler.

Der Staatskunde-Anlass hat mittlerweile Tradition. Schon zum 9. Mal organisierten Schülerinnen und Schüler der Abschlussklasse freiwillig diese Arena. Mitveranstalter war dieses Jahr der Jugendrat Baselland. Lea Hungerbühler, Präsidentin des Jugendrats, erklärte den Schülern im Plenum, warum es wichtig sei, dass junge Erwachsene an Wahlen teilnehmen: «Lediglich sieben Prozent der Wählerschaft ist unter 24 Jahre alt. Dies muss sich schleunigst ändern.» Sie appellierte an die Jugendlichen, sich in der Politik zu engagieren, die Interessen der Jugend zu vertreten und die eigene Meinung zu äussern.

Eine erste Chance dazu hatten die Schüler während der Podiums-Diskussion. Bei der ersten Möglichkeit, Fragen zu stellen, meldete sich niemand. Als die Politiker allerdings zum Thema Jugend und Bildung übergingen, war das Eis gebrochen: «Sind Sie für oder gegen die KVS?», «Was passiert, wenn man die KVS abschafft?», «Was geschieht mit dem Geld, dass man an den Schulen einsparen will?» So lauteten einige der Fragen aus dem Plenum.

Schüler ziehen gemischtes Fazit

Auch nach dem Anlass wurde rege weiterdiskutiert. «Ich habe viel über die Parteien gelernt», sagte etwa eine Schülerin. «Ich hatte vor diesem Anlass gar keine Ahnung von Politik, nun weiss ich mehr», freute sich ihre Kollegin. Andere waren weniger begeistert: «Schade, dass die Politiker oft vom Thema abgewichen sind», nervte sich ein Schüler. «Die Politiker haben zu stark Werbung für ihre Partei gemacht», stimmte ihm eine Kollegin zu. (fh)