Die denkmalgeschützte Barockkirche aus dem Jahr 1698 am Helye-Platz in Laufen erstrahlt innen und aussen in frischem Glanz. Die Christkatholische Kirchgemeinde mit ihren rund 140 Mitgliedern ist Eigentümerin der St. Katharinenkirche und hat die Sanierung nur dank vieler Gönner, Behörden sowie grosser Solidarität aus der Bevölkerung stemmen können. Gestern wurde gefeiert (siehe Box). Christina Hatebur, Verantwortliche für das Fundraising, über die Leidens- und Freudenzeit.

Das Dach der St. Katharinenkirche war letztes Jahr plötzlich akut einsturzgefährdet wegen morscher Balken. Wurden Unterhaltsarbeiten vernachlässigt?

Christina Hatebur: Nein, das hat nichts damit zu tun. Es gab in der Decke immer wieder feine Risse. Während eines Gottesdienstes im Oktober 2015 hat die Pfarrerin festgestellt, dass ein Riss grösser geworden ist. Haarrisse sind in einem derart alten Gemäuer aber normal. Wir haben das dann von Fachleuten prüfen lassen. Diese kamen zum Schluss, dass der Schaden viel grösser war als ersichtlich. Deshalb mussten wir die Kirche letztes Jahr aus statischen Gründen sofort schliessen.

Was wurde alles saniert?

Schadhafte tragende Holzbalken mussten ausgewechselt werden. Auch die Bedachung wurde unter die Lupe genommen und wieder instand gestellt.

Wurde auch anderes erneuert?

Wir liessen ebenfalls die Heizung, die Beschallungsanlage und die Beleuchtung ersetzen. Die Heizungsanlage hätten wir ohnehin erneuern müssen. Die alten Rohre unter den Bänken wurden derart heiss, dass Schuhsohlen von Kirchgängern daran kleben blieben. Das war gefährlich. Die letzten Arbeiten für die neue Heizungsanlage sind noch im Gang.

Gab es während der Sanierungsarbeiten Probleme? Kamen Mängel zum Vorschein, die man vorhin nicht festgestellt hatte?

Nein, es verlief alles nach Plan und funktionierte vorzüglich. Wir konnten die Termine einhalten und auch das Budget.

Wie hoch sind die gesamten Kosten?

Knapp 1,4 Millionen Franken.

Wer kommt dafür auf?

Der Swisslos-Fonds trägt mit 350 000 Franken den Löwenanteil. Viele private Spender haben uns unterstützt sowie Gemeinden, Kirchgemeinden, Stiftungen, Institutionen, Firmen – auch über die Kantonsgrenzen hinaus. Im Januar 2017 lancierten wir einen Spendenaufruf. Die Solidarität, die folgte, war riesig. Organisationen veranstalteten beispielsweise Galas und liessen uns den Gewinn für die Sanierung unserer Kirche zukommen.

Wo fanden Gottesdienste und Konzerte statt während der Renovationsarbeiten?

Die Gottesdienste in der Klosterkirche Dornach, ab und zu im Kirchgemeindehaus in Laufen. Die Konzerte mussten ausgelagert werden.

Die St. Katharinenkirche ist bekannt für ihre hervorragende Akustik. Ist das nach der Sanierung anders?

Die Akustik ist jetzt eher noch besser. An der Dachkonstruktion wurde nichts geändert. Der Innenraum wurde bloss gereinigt. Auch liessen wir eine neue Beschallungsanlage installieren, weil die alte nicht mehr getaugt hatte. Zusätzlich bauten wir eine neue Ringleitung ein für Menschen mit einer Hörbehinderung.