Für die Anwohnerschaft der Turnhallenstrasse, des Balkenwegs und der Strehlgasse in Gelterkinden werden die Verkehrsleiden bald kleiner. Und die Schülerinnen und Schüler dürfen sich auf einen sichereren Schulweg freuen. Dazu hat die Gemeinde am Dienstagabend Massnahmen präsentiert. Der Hauptteil davon wird noch diesen Sommer realisiert. Die gesamten Investitionskosten belaufen sich auf rund 750'000 Franken.

Ein Bündel an Massnahmen

Nachdem die Begegnungszone im Gelterkinder Dorfkern im Herbst 2016 fertiggestellt worden war, akzentuierte sich der Schleichverkehr auf der ungefähr 630 Meter langen «Umfahrungsroute» Turnhallenstrasse, Balkenweg, Strehlgasse; letztere mündet in die Tecknauerstrasse.

Anwohner hatten den Gemeinderat auf die Problematik hingewiesen und machten Druck. Nun wartet die Behörde mit einem konkreten Projekt auf.

Marco Schwob vom beauftragten Ingenieur- und Planungsbüro Sutter erklärte die Grundzüge, wie Geschwindigkeit, Durchgangsverkehr reduziert und die Verkehrssicherheit erhöht werden sollen. Mit punktuellen Verengungen, verlängerten und angehobenen Trottoirs, farblicher Gestaltung von Strassenoberflächen, besonderen Markierungen, Rechtsvortritt bei Einmündungen, engeren Kurvenradien und besseren Sichtweiten könnten die Ziele erreicht werden, ist der Tiefbaufachmann überzeugt. An der Strehlgasse sind zudem Parkfelder geplant, um die Gradlinigkeit zu brechen, was aufmerksameres Fahren erfordert.

Gemäss Verkehrszählungen sind die betreffenden Strassenabschnitte morgens, mittags und abends stärker befahren. Bei Tempomessungen wurden nur wenige Ausreisser nach oben registriert. Eine Spitze beim Verkehrsaufkommen wurde während des Gelterkinder Markts am 24. Juni 2017 festgestellt: rund 4500 Fahrzeuge in jede Richtung, davon sieben Prozent Schwerverkehr. «Die baulichen Massnahmen werden die Durchfahrt für Lastwagen erschweren», betont Schwob, dennoch müssten Fahrzeuge der Müllabfuhr oder Zügellastwagen diese Strassen befahren können. Erstaunlich ist, dass es trotz teils prekärer Situationen von 2011 bis 2017 keine registrierten Unfälle auf dieser «Umfahrung» gegeben hat.

Felix Jehle, der für Tiefbau zuständige Gemeinderat, sieht in dem Projekt einen «guten Kompromiss». Die einen fänden, man müsse mehr machen; andere wieder seien nicht einverstanden damit, dass man den ganzen Verkehr behindere. «Wir werden danach schauen, was Verkehrszählungen und -messungen ergeben, und sehen, ob die Massnahmen wirken oder nicht.» Laut Jehle sind die Strassenabschnitte, auf denen nun Anpassungen vorgesehen sind, geeignet, um den Verkehr zu verlangsamen und diesen «ein Stück weit» auch unattraktiver zu machen.

Leise Kritik von Anwohnerin

«Ich finde, dass man für die Schüler jetzt wirklich mal etwas unternimmt», erklärt Karin Eglin, die an der Strehlgasse wohnt und letztes Jahr mit Mitstreitern in mehreren Briefen der Gelterkinder Exekutive Beine gemacht hat. Sie hätten nun Gehör gefunden, und würden eingebunden. «Aber es ist noch nicht so, wie wir es gerne hätten», bemerkt Eglin. Sie hätte sich gewünscht, dass mit den baulichen Massnahmen auch eine Temporeduktion eingeführt würde. Mitte Dezember hat die SP Gelterkinden und Umgebung der Gemeinde eine Petition für Tempo 30 übergeben, unterzeichnet von fast 1000 Personen.

Gemeindepräsidentin Christine Mangold versprach damals, der Gemeinderat prüfe das Anliegen seriös und eruiere, was möglich ist. Dabei dürften auch die Turnhallenstrasse, der Balkenweg und die Strehlgasse thematisiert werden.