Wie verlockend er doch aussieht, der Rhein. Gerade jetzt, wo die Temperaturen endlich in hochsommerliche Höhen steigen. Da liegt der Gedanke an den Sprung ins kühle Nass ganz nahe. Aber Achtung: Im Wasser lauern Gefahren, auch zwei Wochen nach dem schweren Unwetter.

Temperatur noch zu tief

Denn obwohl die Hochwasserbarrieren verschwunden sind und die Fluten nicht mehr bedrohlich wirken – gerade für Schwimmer ist das Hochwasser weiterhin gefährlich. «Es ist noch nicht sicher, im Rhein zu schwimmen», sagt denn auch Volker Joh, Präsident der Sektion Fricktal der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft.

Dabei liegen die Gefahren oft im Verborgenen. Zum einen seien die Wassertemperaturen noch viel zu tief, sagt Joh. Zurzeit liegen sie im Fricktal bei knapp 15 Grad. «Das ist für Schwimmer nicht nur nicht angenehm, sondern auch gefährlich», sagt Joh. Denn: «Bei so tiefen Temperaturen sind Schwimmer viel schneller erschöpft, als bei normalen Temperaturen.» Und nicht nur das. Sogar eine Hypothermie, also eine Unterkühlung, drohe. «Das ist eine nicht zu unterschätzende Gefahr.»

Starke Strömung

Hinzu kommt der Pegelstand. Der ist nach dem jüngsten Hochwasser zwar wieder gesunken, die Strömung aber ist nicht geringer geworden. Sie reisse nach wie vor äusserst stark, sagt Joh. Der Kraftaufwand beim Ausstieg ist darum grösser als üblich. Und: Im trüben Wasser kann es Schwemmgut haben. Dieses kann sich nach einem Hochwasser auf dem Grund entlang dem Ufer verkeilen und bleibt dort für Schwimmer verborgen. Eine Gefahr können auch herunterhängende Äste von Bäumen entlang dem Ufer darstellen.

Farbe ist Gradmesser

Ein guter und sichtbarer Gradmesser, ob das Schwimmen im Rhein sicher ist, sei die Farbe des Wassers, sagt Joh. «Momentan ist es noch viel zu trüb. Das Schwimmen im Rhein ist erst wieder zu empfehlen, wenn das Wasser klar ist.» Vom Bad in den kalten Fluten rät der Schwimm-Experte also noch ab. Und das noch für ein paar Tage. «Frühestens Mitte oder Ende Woche entschärft sich die Situation – vorausgesetzt die Temperaturen bleiben wirklich hoch und der Rhein wärmt sich auf.»

Bis dahin müssen alle, die sich eine nasse Abkühlung wünschen, noch mit dem Schwimmbad vorlieb nehmen. «Im Zweifelsfall ist das sowieso immer gescheiter», sagt Joh.

Informationen mit allen wichtigen Daten zu den Schweizer Flüssen wie Pegel, Strömung und Temperatur: www.aquamap.ch.