Herr Lanz, kurz zusammengefasst: In welchen Bereichen ist ein eidgenössisches Schwingfest in Aesch im Jahr 2022 derzeit machbar und wo sind die Voraussetzungen noch nicht erfüllt?

Urs Lanz: Mit Ausnahme der Unstimmigkeiten mit den Landwirten und Naturschutzverbänden ist das Schwingfest in allen Bereichen machbar. Dies gilt vor allem für die Kernbereiche Arenabau, Bodenbeschaffenheit, Verkehr und Sicherheit.

Nun ist es aber so, dass das Fest nur durchgeführt werden kann, wenn die Bauern ihr Land zur Verfügung stellen. Wie wollen Sie sie von Ihrem Vorhaben überzeugen?

Noch bevor wir die Medien informierten, haben wir in der letzten Woche den betroffenen Landwirten den neuen Perimeter vorgestellt. Das Landwirtschaftliche Zentrum Ebenrain war ebenfalls dabei und fungierte als neutrale Beurteilungsstelle. Verantwortliche des Zentrums werden nun Gespräche mit den Bauern führen, um zu eruieren, welche Auswirkungen die Veranstaltung für die Betriebe hätte.

Es überrascht, dass Ihrer Projektgruppe keiner der betroffenen Landwirte angehört. Wieso?

Das ist eine gute Idee – das hätten Sie uns vor einem Jahr vorschlagen sollen. Wir haben uns diese Überlegung, ehrlich gesagt, nicht gemacht. Es ist meines Wissens auch in der Vergangenheit nie so gemacht worden. Beim Schwingfest in Burgdorf im Jahr 2013 waren auch keine betroffenen Landwirte in der Projektgruppe.

Wie gingen Sie denn bei der Zusammensetzung der Gruppe vor?

Alle Mitglieder der Projektgruppe sind beruflich Spezialisten in ihrem Ressort und haben einen Bezug zum Schwingsport. Bei den Vorstandsmitgliedern des Basellandschaftlichen Kantonalschwingerverbands ist dieses Fachwissen nicht vorhanden. Deshalb bin auch nur ich als Präsident des Verbands in der Projektgruppe.

Der restliche Vorstand des Basellandschaftlichen Kantonalschwingerverbands steht jedoch geschlossen hinter dem Vorgehen der Projektgruppe?

Der Vorstand ist wie gesagt nicht in der Projektgruppe vertreten. Er führt den Verband, während die Projektgruppe die Machbarkeitsstudie durchgeführt hat.

Für Nachhaltigkeit, Umwelt und Ökologie ist eine Bündner Firma zuständig. Gab es keine Bestrebungen, die Baselbieter Pro Natura einzubinden?

Wir führten mit der Pro Natura Gespräche, bei denen sie aber leider nicht Hand bot für eine gemeinsame Lösung. Die Verantwortlichen betonten immer nur die Gefahren eines Schwingfests auf Aescher Boden. Der Vorteil der Pro Valladas ist, dass sie neutral aus der Ferne den Anlass beurteilen kann.

In den vergangenen Monaten war von einem alternativen Standort im St. Jakob-Park die Rede. Kommt dieser auch in der Machbarkeitsstudie vor?

Nein. Für die Prüfung des St. Jakob-Parks ist der Schwingerverband Basel-Stadt zuständig. Gemeinsam mit ihm wollen wir das Fest organisieren und durchführen. Wir sind gespannt, was bei dessen Machbarkeitsstudie herauskommt.

Sie könnten also auch mit einem Schwingfest im St. Jakob-Park leben?

Ja. Für uns, wie auch für den baselstädtischen Verband, ist es wichtig, dass das Fest in der Region stattfindet. Es muss nicht auf Biegen und Brechen in Aesch sein.