Insieme Baselland – der Verein steht im Dienste von Menschen mit einer geistigen oder anderen Behinderung – führt diese Woche ein Lager durch. Hauptleiterin ist Katrin Schläpfer. Die 22-jährige Primarlehrerin aus Basel ist seit sieben Jahren dabei, erstmals trägt sie die Hauptverantwortung.

Ihre Lagerwoche ist ausgebucht. Sie muss ein grosses Bedürfnis sein.

Katrin Schläpfer: Auf jeden Fall. Wir haben «full house». Das Leuenberg-Lager ist sehr beliebt. Die Teilnehmenden freuen sich immer sehr auf diese Woche, die für sie zu den Höhepunkten des Jahres zählt. Die meisten nehmen regelmässig teil, sie bilden eine Stammgruppe. Für sie ist das jährliche Wiedersehen eine grosse Freude. Drei Personen sind zum ersten Mal dabei.

Für welche Leute ist die Woche konzipiert?

Der grösste Teil der Leute ist mehrfach behindert, sowohl geistig, zum Teil psychisch, als auch körperlich. Junge und Ältere sind dabei – von der 18-Jährigen bis zum Mann Anfang 70. Die Ferienwoche ist auch ein Sportlager. Viele sind gut zu Fuss und fähig zu wandern. Tägliche Turnstunden sind fix geplant. Es hat nur wenige Leute, die auf Rollstuhl oder Gehhilfe angewiesen sind.

Wie viele Personen haben Sie zu betreuen?

45 Personen. Betreuerinnen und Betreuer sind wir 23, darunter erfahrene Leiterinnen und Leiter. Jede Betreuungsperson ist in der Regel für zwei Feriengäste zuständig. Es kommen auch Personen ins Lager, die selbstständiger sind. So teilen wir sie auf die Betreuungspersonen auf.

Wer betreut die Behinderten?

Es sind alles ehrenamtlich arbeitende Freiwillige. Die wenigsten haben im täglichen Leben mit «Behinderung» zu tun. Einige der Leiter sind bereits pensioniert. Ein Teil von ihnen ist schon 40 Jahre dabei, seit den Anfängen dieser Lagerwoche. Zum Leitungsteam gehören auch Jüngere, die erstmals hier sind. Von der Heilpädagogischen Schule haben wir drei Praktikanten. Eine gute Durchmischung. Man lebt sich hier schnell ein, weil sich das Gros des Teams schon lange kennt.

Steht die Lagerwoche unter einem Thema?

Diesmal steht die Woche unter dem Motto Hexen und Zaubermeister – die fröhlichen Hexen wohlverstanden. Das Thema lassen wir zum Tagesbeginn oder beim Basteln und Singen einfliessen. Auch mixen wir die ganze Woche einen Zaubertrank. Jede und jeder kann eine Zutat wählen, am Ende der Woche sehen wir, was rauskommt. Gestern Mittwoch besuchte uns ein Zauberkünstler und beglückte uns mit einer Vorführung.

Sie sind erstmals Hauptleiterin. Wie erleben Sie persönlich diese Woche?

Es ist eine sehr bereichernde, aber auch extrem anstrengende Zeit. Man ist stets mit allen Sinnen voll dabei: Man sieht, hört viel und muss dafür schauen, dass für alle gesorgt ist. Bis jetzt verläuft die Woche sehr erfolgreich. Dahinter steckt jedoch viel Planungsarbeit, die ich mit meiner Stellvertreterin Fabienne Bürgin vollbracht habe. Wir sassen oft zusammen. Wir bekommen immer ein tolles Feedback von Leiterinnen, Leitern und von den Betreuten. Dies ist das grösste Dankeschön, das man erhalten kann.