Ein bisschen ernüchtert wirkt Peter Lakerveld, wenn er erzählt: «Wenn ich Erwachsene frage, wer den Naturschutzdienst Baselland kennt, meldet sich oft keiner.» Dabei ist das zehnköpfige Team der Baselbieter Ranger in ihren auffällig orangenfarbigen Anoraks seit mittlerweile zehn Jahren in den drei grossen Naturschutzgebieten des Kantons unterwegs. Lakerveld ist seit kurzem «Leitender Ranger»; er koordiniert die Arbeit seiner Kollegen in allen Naturschutzgebieten im Auftrag des Kantons.

Drei Naturschutzgebiete im Blick

Mit rund einem Quadratkilometer ist das Gebiet Wildenstein doppelt so gross wie das abgelegene Gebiet Talweiher bei Rothenfluh und die siedlungsnahe Reinacher Heide. Zentrum des Wildenstein-Gebiets auf dem Grat zwischen Unter- und Oberbaselbiet ist der Eichenhain, der mit seinen jahrhundertealten Namensgeberinnen sogar unter nationalem Schutz steht. Hier und in Reinach haben die Ranger ein halbes Jahr lang Hauskatzen beobachtet, aus der Ferne fotografiert oder mit Fotofallen festgehalten. Vier bis fünf herrenlose Katzen leben und jagen auf dem Wildenstein, weiss Lakerveld deshalb. «Das ist problematisch, aber nicht dramatisch», folgert der Biologe.

Für Singvögel, Eidechsen, Spitzmäuse, grosse Insekten und Amphibien sind die «zahlenmässig grössten Jäger der Schweiz» eine Gefahr. Der Abschuss wäre gesetzlich möglich, sagt Lakerveld: «Aber das ist natürlich nicht im Sinne von uns Naturschützern.» Die Alternative wäre die Kastration. Doch die Anzahl ist noch so gering, dass der Kanton keine konkreten Massnahmen gegen die Katzen vorgesehen hat. Schliesslich hielten die vier bis fünf Exemplare als Reviertiere auch weitere Artgenossen fern. «Ich habe grossen Respekt vor diesen Katzen», sagt Lakerveld: «Nur die besten Jägerinnen können so überleben.» Letztendlich setzen die Ranger passive Massnahmen zum Schutz der Kleintiere um: Die Fläche wird mit Hecken aufgeforstet, um den Beutetieren mehr Schutz zu bieten; die nahen Landwirte werden informiert und gebeten, ihre eigenen Hofkatzen kastrieren zu lassen. Ausschliessen kann Lakerveld, dass es sich um Wildkatzen handelt.

Schüler begeistert von Rangern

Die Aufgaben eines Baselbieter Rangers sind lokal stark begrenzt, dennoch sehr vielfältig: So half der Naturschutzdienst auf dem Wildenstein mit, für die beliebten Geburtshelferkröten («Glöcklifrösche») in einem neuen Weiher eine Ersatzheimat zu finden, weil die Fische im Schlossweiher die Kaulquappen frassen. Auch die Baumpflege fällt im lokalen Bereich in die Aufgaben eines Rangers. An einem der uralten efeuüberwachsenen Eichenstämme demonstriert Lakerveld das Problem: «Hier meint es jemand gut und sägt die Efeustämme regelmässig ab. Aber auch Efeu ist ökologisch wertvoll.» Der Kanton hätten speziell dafür einen Plan ausgearbeitet, wo sie Efeu belassen und wo entfernen wollten. Lakerveld hofft, dies der eifrigen Privatperson über eine Hinweistafel mitteilen zu können.

Wenn sich die Ranger auch über mangelnde Bekanntheit beklagen; einige Menschen haben ihre Bekanntschaft bereits gemacht: solche, die ihre Hunde nicht anleinen, nicht auf dem Weg bleiben, im Naturschutzgebiet picknicken oder Blumen pflücken. Meist reiche ein freundlicher Hinweis mit einer Erklärung der Verbote, erzählt Lakerveld: «Einige wenige meinen aber, für sie gelten die Regeln nicht.» Mehrfachen Wiederholungstätern droht im Ernstfall eine Verzeigung. «Aber wir sind keine Naturschutzpolizei», betont Lakerveld, «wir verstehen uns als Mittler zwischen Natur und Mensch». Und in dieser Hinsicht sind die Ranger zumindest bei den Schulkindern wohlbekannt: Jedes Jahr gibt es für Schüler einen Erlebnistag, der stets restlos ausgebucht ist.