«628 und 634 haben Schwein gehabt. Im wahrsten Sinne des Wortes», sagt Züchter Markus Dettwiler und lacht. In der Tat dürften die beiden männlichen Masttiere vom Hofgut Farnsburg die glücklichsten Schweine der Welt sein. Im Gegensatz zu ihren Kameradinnen und Kameraden wird ihnen der letzte Gang zum Metzger erspart bleiben, und sie werden ihre irdische Schweineexistenz friedfertig auf der grünen Wiese oder in einem Schlammloch beenden können.

628 und 634 sind die beiden Hauptdarsteller der neuen Sonderausstellung im Kantonsmuseum in Liestal «Das Schwein. Sympathisch, schlau und lecker». Die Ausstellung, die Anfang März öffnet, will den Umgang mit Nutztieren und deren Verwertung zu Fleischprodukten am Beispiel des Schweins aufzeigen. Dabei steht unter anderem die Frage im Vordergrund, wie Schweine aufwachsen und leben könnten, würden sie nicht geschlachtet werden.

Im Gegensatz zu mehreren Artgenossen aus ihrer Gruppe, die bereits zu Würsten und Koteletts verarbeitet worden sind, leben 628 und 634 noch immer. Kastriert zwar, aber glücklich. Und werden es vermutlich noch viele Jahre lang tun. Darum brauchen sie dringend richtige Namen. Die bz als Medienpartnerin der Ausstellung ruft ihre Leserschaft an dieser Stelle dazu auf, bei der Namenssuche mitzuhelfen (Details siehe Box).

Ein konventionelles Mastschwein lebt in der Regel nur sechs Monate lang. Dann hat es mit einem Gewicht von rund 100 Kilogramm das «Schlachtoptimum» erreicht, was laut Ausstellungsleiter Pit Schmid bedeutet: «Möglichst viel gutes Fleisch in möglichst wenig Zeit mit möglichst geringen Futterkosten.»

Dettwilers sind die Ausnahme

Auf dem Oberbaselbieter Hofgut Farnsburg dagegen haben die Mastschweine ganzjährig Auslauf auf einer grossen Weide und werden im Alter von 10 Monaten und 150 Kilo geschlachtet. Die Weidehaltung, wie sie die Familie Dettwiler oberhalb von Ormalingen betreibt, macht in der Schweiz allerdings nur gerade ein Prozent der gesamten Schweinemast aus. Das macht ihr Fleisch zu einer gesuchten Spezialität, wobei die Dettwilers kürzlich ihre eigene Hofmetzgerei aufgegeben haben.

Über die weniger glücklichen Fransburger Schweinekumpels von 628 und 634 wurde ein Film gedreht, der ihr Leben von der Geburt bis zur Schlachtung zeigt und ebenfalls als Teil der Ausstellung zu sehen sein wird. Über den Alltag von 628 und 634 dagegen führen die Ausstellungsmacher ab heute einen Blog im Internet, der laufend aktualisiert wird, damit das Verhalten von erwachsenen Zuchtschweinen dokumentiert werden kann. «Diese Schweine haben weder eine Mast- noch eine Zuchtfunktion, sie bleiben aber Nutztiere: Das Kantonsmuseum nutzt sie zu Bildungszwecken», sagt Ausstellungsleiter Pit Schmid. Und dies erst noch bald mit einem richtigen Namen.

«Das Schwein. Sympathisch, schlau und lecker» Sonderausstellung im Museum BL in Liestal. Ab 3. März 2018. Vernissage am Freitag, 2. März, 18 Uhr.

Über den Alltag der beiden Schweine hält der Blog unter http://www.museum.bl.ch/blog/index.php. auf dem Laufenden. Selbstverständlich werden die Schweine zur Ausstellungseröffnung anwesend sein.

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