Die bürgerlichen Parteien begrüssen das Ballmersche Sparpaket grundsätzlich. Die Zahlen entsprechen laut Michael Herrmann ungefähr den Erwartungen der FDP: «120 Millionen war unsere Untergrenze; jetzt haben wir noch ein bisschen Luft nach oben.» Die FDP sei nun sehr gespannt auf die Detailvorschläge und ob der Wille und das Können der Direktionen tatsächlich für den Sparkurs ausreichen werden. «Unser Ziel war von Anfang an, dass jeder zum Sparen beitragen soll», sagt Herrmann.

Ähnlich äussert sich die CVP: Sabrina Mohn ist «gespannt, wo nun der Rotstift angesetzt wird». Die Regierung lege nun ihre Pläne offen, wie es die Linke gefordert habe. Die SVP sieht es als Verdienst ihrer parlamentarischen Arbeit, dass das Sparen nun «endlich ein Anliegen» ist. Dieter Spiess reicht ein ausgeglichener Haushalt aber nicht: Er will spätestens ab 2015 Steuern senken. Die SVP werde auch genau auf die Spardisziplin aller Direktionen achten. «Im Einzelfall tut das weh», sagt Spiess und nennt als Beispiel die 17 Millionen fürs Theater, «die wir gar nicht haben».

Rot-Grün befürchtet Einschnitte beim Personal

Rot-Grün bleibt verhalten: Mit den nackten Zahlen kann der Grüne Philipp Schoch nicht viel anfangen. Er befürchtet aber, dass durch Personalabbau gespart wird, vor allem in Schulen und Spitälern. Schoch findet es ein «sehr schwaches Zeichen, dass die Regierung nicht sagt, wie und wo genau gespart wird». Die Bevölkerung müsse wissen, dass die Regierung nicht 100 Millionen Franken einsparen könne, ohne Leistungen abzubauen.

Die SP will das Sparpaket dem Volk zur Abstimmung vorlegen. «Das Volk muss sagen, wo es sparen will: ob bei Schulen, Lehrern oder Unterrichtsstunden», sagt Marc Joset. Die SP wolle vor allem die Einnahmen genauer anschauen: «Mit Steuersenkungen zulasten von Staatspflichten machen wir uns genauso schuldig an der nächsten Generation.» (bob)