Der Bund plant, auf dem Feldreben-Areal in Muttenz ein temporäres Registrierungszentrum für Asylsuchende einzurichten. Mindestens 500 Personen sollen auf dem Gelände, das bis 1967 unter anderem als Chemiemüll-Deponie diente, unterkommen. Der Kanton Baselland will als Grundeigentümer nun abklären, ob die Deponie die Gesundheit der künftigen Bewohner «in irgendeiner Weise gefährden könnte» – das schreibt die Baselbieter Finanz- und Kirchendirektion in einer Mitteilung von gestern.

Ursprünglich plante der Kanton keine Messungen. Anfang Dezember, kurz, nachdem die bz die Pläne für das Zentrum publik gemacht hatte, teilte der zuständige Regierungsrat Anton Lauber mit: «Sowohl die Luft als auch das Abwasser sind unbedenklich.» Er bezog sich dabei, wie sich später herausstellte, auf Messungen, die im Jahr 2007 durchgeführt wurden. Dies wiederum zog die Kritik von Altlasten-Experte Martin Forter nach sich. Dieser bemängelte unter anderem, es sei damals nicht nach den entscheidenden, da gefährlichen Stoffen gesucht worden.

Die Finanz- und Kirchendirektion bezeichnet die Neu-Messungen nun als notwendig, weil sich die Nutzung des Areals von Büro- zu Wohnraum ändere. Der Auftrag für die Messungen sei bereits im Dezember erteilt worden, sie seien Teil des Verfahrens für das Baugesuch für das Asylzentrum. Das Baugesuch wird voraussichtlich Ende Februar eingereicht, wie Rolf Rossi, Leiter der kantonalen Koordinationsstelle für Asylbewerber, gestern der Nachrichtenagentur sda sagte. Mit dem Einzug der ersten Bewohner dürfte somit frühestens Anfang April gerechnet werden, präzisierte Rossi auf Anfrage der bz.

SVP stellt Petition in Aussicht

Der Vorstand der SVP Muttenz hat am Dienstagabend entschieden, dass man eine Petition zur Asyl-Unterkunft einreichen werde, wie er dies bereits zuvor in der «Basler Zeitung» angekündigt hatte. Markus Brunner, Präsident der SVP Muttenz, sagt auf Anfrage der bz: «Wir beginnen wohl noch diese Woche mit dem Sammeln von Unterschriften. Wir haben zahlreiche Reaktionen erhalten, in der Bevölkerung gärt es.»

Die Petition werde in der Form eines Fragenkatalogs gestaltet sein, dieser werde dann dem Gemeinderat, dem Regierungsrat und dem Staatssekretariat für Migration übergeben. «Ziel ist es, die Petition bis zu den Fasnachtsferien einzureichen», sagt Brunner. «Wir interessieren uns vor allem dafür, wie der Bund und der Kanton die Sicherheit auf dem und rund um das Gelände gewährleisten wollen.» Gegen das Baugesuch werde zumindest von Seiten der Mitglieder des Vorstands keine Einsprache eingereicht. Der Kanton plant laut Rolf Rossi bereits eine Informationsveranstaltung für die Bevölkerung nach Eingabe des Baugesuchs.

Noch steht nicht fest, wie die mindestens 500 Asylsuchenden dereinst wohnen sollen. Der Kanton sah zunächst Ikea-Häuschen als Unterkünfte vor. Nach Brandtests in Zürich, die negativ verlaufen waren, sah man jedoch wieder davon ab. Weiterhin stehen zwei mögliche Baustoffe für die Unterkünfte im Vordergrund: Gasbeton oder Brandschutzplatten aus Holz.