Das geplante SBB-Hochhaus am Liestaler Bahnhofsplatz erhält erstmals ein Gesicht. Am Mittwochvormittag veröffentliche die Medienabteilung zwei Visualisierungen, welche das maximal 57 Meter hohe Hochhaus zeigen. SBB-Mediensprecherin Masha Foursova betont allerdings, dass es sich lediglich um eine Darstellung handelt, wie das Gebäude dereinst aussehen könnte.

Den SBB geht es vorerst darum, mit den beiden Visualisierungen das erwartete Volumen des Neubaus bildlich darzustellen. Das definitive Aussehen wird erst im Zuge eines Architekturwettbewerbs bestimmt, der lanciert wird, sobald der Liestaler Einwohnerrat grünes Licht zum Quartierplan Bahnhofcorso gegeben hat.

Am vergangenen Samstag hatte die «Schweiz am Wochenende» bekannt gemacht, dass die SBB den Neubau des Bahnhofsensembles um drei Jahre auf die Jahre 2020 bis 2022 vorziehen wollen. Die «Gruppe für ein starkes Liestal» um den Architekten Raoul Rosenmund kritisiert allerdings das als Verlängerung des eigentlichen Bahnhofsneubaus geplante SBB-Bürohochhaus als zu massig für diesen Standort.

Sie droht mit einem Referendum, sollte das Liestaler Stadtparlament den Quartierplan verabschieden. Die SBB ihrerseits betonen, dass entweder der neue Bahnhof samt Bürohochhaus gebaut wird oder gar nichts.

Wobei der Rest des dreigliedrigen Bahnhofsneubaus bisher unbestritten ist. Im April 2016 stellten die SBB das Siegerprojekt «Le mur du quai» des Badener Architekturbüros Burkard Meyer vor, das Jury und Stadtrat durch seine Feingliedrigkeit überzeugte.

Kleines Detail am Rande: Auf der einen der beiden neuen Visualisierungen haben die SBB bereits einen Ecken des künftigen Uni-Campus vorweggenommen, den sich die Stadtbehörden nach Liestal herbeisehnen. Wie beim Hochhaus selbst steht das definitive Aussehen noch in den Sternen - sollte Liestal überhaupt je Universitätsstadt werden. Zumindest in der schönen heilen Welt der Visualisierungen kommt das neue Ensemble rund um den Emma Herwegh-Platz äusserst gefällig daher.