Zum siebten Mal in Folge verzeichnet die Sozialhilfe eine Zunahme. Das zeigen die neusten Zahlen des Baselbieter Statistischen Amts. 2015 lag die Zahl der Sozialhilfeempfänger im Landkanton bei 7955. Die Sozialhilfequote, das heisst der Anteil der Personen mit Sozialhilfeleistungen gemessen an der Gesamtbevölkerung, ist über die letzten Jahre ebenfalls kontinuierlich angestiegen und erreichte 2015 mit 2,8 Prozent das Niveau von 2006. Die ausländische Wohnbevölkerung ist besonders stark von der Zunahme betroffen.

Knapp die Hälfte der Sozialhilfeempfänger sind Schweizer. Weitere rund 13 Prozent stammen aus den EU-Mitgliedstaaten und rund 37 Prozent aus Ländern ausserhalb der EU. Die Schweizer Bevölkerung weist über den gesamten Zeitraum die geringste Sozialhilfequote aus. Personen aus den EU-Ländern tragen mit der Quote von 2,9 Prozent ein durchschnittliches Sozialhilferisiko. Mit Quoten von über 10 Prozent und gegen 16 Prozent haben Ausländer aus dem übrigen Europa und dem aussereuropäischen Raum den grössten Unterstützungsbedarf. Dies ist häufig durch schlechtere Berufsqualifikationen und damit schlechtere Arbeitsmarktchancen begründet sowie durch die höhere Kinderzahl pro Familie.

Hälfte innert einem Jahr erledigt

In den Jahren 2013 bis 2015 konnten im Durchschnitt jährlich 1338 Sozialhilfefälle abgeschlossen werden. Bei gut der Hälfte der Fälle konnte das Dossier bereits innerhalb eines Jahres wieder geschlossen werden. In weiteren rund 21 Prozent der Fälle endete der Sozialhilfebezug nach ein bis zwei Jahren. Insbesondere Paare ohne Kinder und Einpersonenfälle benötigten weniger lang Unterstützung als beispielsweise Familien mit Kindern. Der Anteil der abgeschlossenen Fälle mit einer Bezugsdauer von vier und mehr Jahren lag bei den Alleinerziehenden mit 16,3 Prozent am höchsten.

Seit 2008 steigt der Nettoaufwand für die Sozialhilfe im Kanton kontinuierlich an und lag 2015 bei knapp 65 Millionen Franken. Dies entspricht einer Zunahme gegenüber dem Vorjahr von 8,9 Prozent.

Pro Einwohner resultierte im letzten Jahr ein Nettoaufwand von 229 Franken, wobei dieser Betrag je nach Gemeinde einer grossen Spannweite unterworfen ist (siehe Kasten oben). (bz)