Das Insektensterben beschäftigt Naturschützer und Bauern. Vor Jahresfrist veröffentlichten Forscher aus dem deutschen Krefeld eine international viel beachtete Studie, wonach die Insektenpopulationen in den vergangenen 30 Jahren um rund 75 Prozent zurückgegangen sind. Zwar fehlen für die Region exakte Zahlen, allerdings gehen hiesige Insektenspezialisten laut einem diese Woche veröffentlichten Bericht der Baselbieter Regierung ebenfalls von einem Rückgang der Anzahl Arten und der Individuen aus. Der Kanton will nun seine Massnahmen zur Förderung der Biodiversität erhöhen.

Konkret verstärkt das Zentrum Ebenrain in Sissach seine Bestrebungen für eine Reduktion von Planzenschutzmitteln in der Landwirtschaft. Dies mit Feldversuchen sowie mit Bildung und Beratung. Zudem stockt der Ebenrain seinen Pflanzenschutzdienst per 2019 um 30 Stellenprozent auf, wie Ebenrain-Leiter Lukas Kilcher auf Anfrage sagt. Bereits seit vielen Jahren läuft ein Programm, wonach Landwirte, die naturnahe Lebensräume pflegen, für ihren Aufwand entschädigt werden. «Baselland ist in der Förderung der Biodiversität Pionier», sagt Kilcher.

Zu viel Insektengift in Gärten

Daneben will sich der Ebenrain verstärkt dem Schutz und der Förderung der Insekten im Siedlungsraum annehmen. Das Potenzial sei in diesem Bereich besonders gross, sagt Kilcher. Allerdings stellt der Kanton hier (noch) kein Geld zur Verfügung. Nirgends würden so viele Pflanzenschutzmittel eingesetzt wie in Haus- und Familiengärten. Dies sei meist nicht nötig. In Merkblättern, Kursen und Pilotprojekten will der Ebenrain deshalb Alternativen zu Insektengiften bekannt machen. Auch stellt Kilcher eine Zusammenarbeit mit den Gärtnermeistern beider Basel in Aussicht. Dies mit dem Ziel, die Gartenbewirtschafter bei der Auswahl der Pflanzen und beim Anlegen der Gärten zu sensibilisieren.