Es passiert mitten in der Nacht: Ein Gewitter zieht über die Jurahöhen hinweg, es donnert und blitzt. Einer dieser Blitze macht dem Leben des Trampeltiers Iraque ein Ende. Der Wallach stirbt auf der Juraweide beim Wasserfallenhof. Todesursache ist wahrscheinlich ein Herzversagen, ausgelöst durch die hohe elektrische Spannung.

Als Heinz Räuftlin, der Pächter des Wasserfallenhofes, am Morgen jenes Freitags Anfang Juli auf die Weide kommt, liegt das grosse Tier am Boden. Inmitten der Lama-Herde, die sich auf der gleichen Weide aufhält. «Um das Maul herum war er ein wenig verbrannt», beschreibt Räuftlin den traurigen Anblick.

Die anderen Tiere sind wohlauf

Laut dem angeforderten Tierarzt handelt es sich bei der Todesursache eher nicht um einen direkten Blitz-Einschlag, sondern um einen indirekten. Das Tier stand demzufolge nahe des Orts, wo der Blitz einschlug. «Es ist sicher schnell gegangen, und Iraque hat nicht lange gelitten», ist Räuftlin überzeugt.

Als Glück im Unglück bezeichnet er die Tatsache, dass die anderen Tiere auf der Weide unverletzt überlebt haben. Darunter neben den Mitgliedern der Lamaherde auch die Gefährtin von Iraque, die Stute Ojuna. «Alle anderen Tiere sind sonst tipptopp ‹zwäg›», so Räuftlin. Nur Ojuna merke man an, dass sie Iraque vermisse.

Die Trampeltiere hat Räuftlin für Reit- und Trekkingausflüge nutzen wollen. Vor zwei Jahren war Iraque zu den Räuftlins gestossen; zwei Jahre, in denen man fleissig mit dem Tier trainiert hat. «Er ist auf Kommando abgelegen. In ein paar Wochen wäre er bereit gewesen, um ihn zuzureiten», erklärt der Lama-Farmer. Doch daraus wird jetzt nichts. Räuftlin steht vor der Frage, entweder einen neuen Partner für Ojuna zu kaufen oder die Stute zu verkaufen. Einen Interessenten gebe es bereits.

Dass eines seiner Tiere von einem Blitz getroffen wird, hat Räuftlin zuvor noch nie erlebt. Einzig ein Nachbar auf der Waldweid habe «vor langer Zeit mal» auch einen Todesfall zu beklagen gehabt.

Ungewöhnlich heftige Gewitter

Ansonsten hat er solche Fälle bisher nur aus Medien und Erzählungen gekannt. Einen Grund für den Blitzeinschlag ortet er im diesjährigen Wetter: Die Gewitter seien ungewöhnlich heftig in dieser Saison und sie zögen äusserst tief über die Jurahöhen hinweg. Doch selbst wenn das Tier einen schnellen Tod hatte: «Ein solch überraschender Abschied geht einem schon zu Herzen», erzählt der Pächter. Immerhin kommt zum emotionalen kein finanzieller Verlust dazu: Heinz Räuftlin ist versichert.