Esther Gassler war mit dem Leiter des Solothurner Amtes für Wirtschaft und Arbeit (AWA), Jonas Motschi, am Donnerstag um 15 Uhr, also bevor das Treffen mit den Gewerkschaften stattfand, bei Swissmetal in Dornach. «Wir hatten diesen Termin verlangt wegen der Presseberichte über die zugespitzten Vorfälle, und weil Unia am Dienstag deswegen bei uns war», berichtet Motschi.

«Als Kanton wurden wir allerdings nicht umfassender ins Bild gesetzt als alle anderen auch», meint er und schliesst daraus, dass es Swissmetal «sehr schlecht geht». Auch Gassler sprach von «einer sehr chaotischen Stimmung».

Swissmetal muss mehr Infos liefern

Die Gewerkschaft Unia verlangt, dass der Kanton Solothurn einen runden Tisch organisiere. Beda Moor, Branchenverantwortlicher MEM-Industrie, verweist darauf, dass der Kanton Bern 2004 und 2006 mit seiner Intervention dazu beigetragen habe, dass der Standort Reconvilier erhalten blieb. «Da müsste man sämtliche Alternativen diskutieren», erklärt er. Der Kanton könnte allenfalls mit Kurzarbeit helfen, die Situation zu überbrücken. Um über weitere Projekte reden zu können, müsste Swissmetal erst einmal die dafür nötigen Informationen liefern.

In diesem Punkt erhält die Unia die Unterstützung von Motschi: «Die Firma ist gesetzlich verpflichtet, den Vertretern der Belegschaft für das Konsultationsverfahren die nötigen Daten zu liefern.» Das AWA werde sich dafür einsetzen, dass Swissmetal die Verpflichtungen gegenüber den Arbeitern und den Gewerkschaften einhalte. Doch von einem runden Tisch hält Motschi ebenso wenig wie Gassler: «Dies bringt derzeit nicht viel. Swissmetal braucht in erster Linie Geld und muss mit den Banken, Lieferanten und Kunden diskutieren.»

BaselArea handelt schneller

Doch wenn die Teilnahme des Kantons von Unternehmensseite gewünscht werde, sei man dabei, ergänzt Gassler. Sie sei auch sofort bereit, bei der Vermittlung von Gesprächen und bei der Suche nach einem Investor behilflich zu sein. Dies ist von anderer Seite bereits eingeleitet: Als er von den Problemen bei Swissmetal hörte, habe er zum Hörer gegriffen und mögliche Investoren in Fernost angerufen, erklärt Franz Saladin, CEO von BaselArea. «Dies ist zwar nicht mit Swissmetal abgesprochen. Falls sich jedoch beide Seiten interessieren sollten, würde ich den Kontakt herstellen.» Bisher habe er jedoch keine Antwort von potenziellen Investoren erhalten.

«An sich haben wir als Wirtschaftsförderung beider Basel kein Mandat, in einem Solothurner Fall wie bei Swissmetal einzugreifen», meint Saladin. Doch dass der Buntmetallhersteller, dem die Banken derzeit das Metalllager als Sicherheit für ausstehende Kredite geschlossen haben, auf solothurnischem Boden steht, hält Saladin für einen nachrangigen Aspekt. Denn wenn Swissmetal die Produktion in Dornach schliessen sollte, wäre dies doppelt bedauerlich: erstens wegen der Arbeitsplätze; zweitens würde dies den Produktionsstandort in der Region Basel schwächen. «Zieht die Produktion weg, schliessen auch die Entwicklungsabteilungen und irgendwann wandert auch die Forschung ab. Damit verliert die Region ganze Wertschöpfungsketten und ihre Innovationskraft», erläutert Saladin.