Der Regierungsrat des Kantons Baselland möchte durch die Einführung eines Busbetriebs 750 000 Franken einsparen. Die Umstellung ist Teil des neuen Leistungsauftrags für den öffentlichen Verkehr, der aktuell in der Vernehmlassung ist und ab 2018 gelten würde. Die traditionsreiche Regionalbahn hat seit Jahren einen zu tiefen Kostendeckungsgrad und stand mehrfach davor, abgeschafft zu werden.

Angebot müsse gleichbleiben

«Wenn durch eine Aufhebung des Läufelfingerlis das Baselbiet zwar Geld spart, wir aber letztlich mehr bezahlen müssen, sind wir klar dagegen», sagt Rolf Allemann. Der stellvertretende Abteilungsleiter öffentlicher Verkehr beim Solothurner Amt für Verkehr und Tiefbau erklärt, dass der Kanton Solothurn grundsätzlich nichts gegen die Stilllegung habe. Man biete Hand, wenn sich durch eine Umstellung auf Bus die Kosten für Solothurn nicht erhöhen würden. «Ausserdem muss das Angebot für die Solothurner Fahrgäste gleich bleiben», findet er. Damit meint Allemann die Aufrechterhaltung des Stundentaktes, in welchem das Läufelfingerli in beiden Richtungen verkehrt. Die Anliegen des Kantons Solothurn habe Regierungsrat Roland Fürst der Baselbieter Verkehrsdirektorin Sabine Pegoraro schon schriftlich mitgeteilt.

Im Kanton Solothurn hält das Läufelfingerli in der 6500-Seelen-Gemeinde Trimbach und an der anschliessenden Endstation Olten. Karl Tanner, Gemeindepräsident von Trimbach, wusste bisher noch nichts von den Plänen des Baselbieter Regierungsrats. «Aktuell hiess es, dass bloss die letzten drei Kurspaare aufgehoben und durch Busse ersetzt würden», sagt er. Dies hat der Landrat Ende Februar beschlossen.

Eine völlige Stilllegung hätte vor allem für Menschen, die am Hang leben, negative Auswirkungen, prognostiziert Tanner. Dort befinde sich der Trimbacher Bahnhof, weshalb grösstenteils Leute, die in diesem Gebiet wohnen, den Zug nutzen. «Dass diese künftig runter ins Dorf gehen, wo der Bus fährt, ist unwahrscheinlich.» Es sei eher anzunehmen, dass viele auf das Auto umsteigen. In Trimbach halten zahlreiche Busse, welche die Fahrgäste in wenigen Minuten nach Olten bringen. Einen direkten Weg ins Oberbaselbiet bietet aber nur das Läufelfingerli.

Verbindung zwischen Kantonen

Der Oltner Stadtpräsident Martin Wey verweist auf die Wichtigkeit der Bahn als Verbindung zwischen Baselland und Solothurn. «Das Oberbaselbiet hat für die Region Olten eine grosse wirtschaftliche Bedeutung», stellt er fest. Viele würden von dort nach Olten kommen, um einzukaufen und in den Ausgang zu gehen. Er wisse von Einwohnern von Läufelfingen, die Bücher in der Stadtbibliothek Olten ausleihen.

Trotz der dauerhaften Unrentabilität des Läufelfingerlis hat sich das Baselbieter Parlament bisher immer für eine Weiterführung des Bahnbetriebs ausgesprochen. Rolf Allemann erinnert daran, dass vor zwei Jahrzehnten auch der Kanton Solothurn aus Spargründen die Linie aufheben wollte. Unter dem Eindruck protestierender Oberbaselbieter, die damals nach Solothurn in den Kantonsrat kamen, habe man sich dagegen entschieden.