Ende November wird klar, ob das Läufelfingerli auch nach Dezember 2019 noch Passagiere zwischen dem Oberbaselbiet und dem Kanton Solothurn transportiert. Es gibt viele Leute, welche die Bahn gerne behalten würden. Nicht nur im Oberbaselbiet, sondern auch unter den Solothurnern. Denn vor allem für die Bevölkerung in Trimbach und Olten wäre die Bahn ein Verlust. Im Kanton Solothurn gibt es deshalb Bemühungen, das Läufelfingerli vor dem Stillstand zu bewahren.

Die Befürworter der Bahn gründeten das «Solothurner Komitee pro Läufelfingerli», im Kantonsrat äusserten viele Politikerinnen und Politiker ihr Bedauern darüber, dass die Bahn verschwinden könnte. Aber allen Bemühungen zum Trotz – richtig viel Einfluss auf den Erhalt des Läufelfingerlis hat Solothurn nicht. «Es ist halt einfach so: 80 Prozent der Kosten trägt der Kanton Baselland», erklärt der Solothurner Kantonsrat Felix Wettstein (Grüne) vom Komitee pro Läufelfingerli. «Wir wären also machtlos.»

Falls der für Wettstein schlimmste Fall eintritt und die Baselbieter Stimmbevölkerung das Referendum zum Erhalt der Bahn ablehnt, will er sich aber nicht zurücklehnen. «Dann bleiben uns immerhin noch zwei Jahre Zeit, um wirklich gute Alternativen zu planen.»

Gute Inputs sind gesucht

Wettstein will, dass im Kanton Solothurn innovative Ideen diskutiert werden. Auch wenn sie erst einmal eher abstrus klingen: «Eine gute Möglichkeit wäre es vielleicht, den Zug von Olten bis Läufelfingen fahren zu lassen. Die Gemeinde Wisen könnte dann mit einer Busverbindung nach Läufelfingen besser an den Verkehr angeschlossen werden.» Der Gemeindepräsident von Läufelfingen, Dieter Forter, ist erfreut über diese Idee. «Es ist top, dass im Kanton Solothurn über diese Lösung diskutiert wird.» Ein ähnlicher Vorschlag sei bereits bei einem Workshop vor über einem Jahr entstanden, als der Kanton Baselland nach innovativen Ideen für den Erhalt der Läufelfingerlis gesucht habe. Auch damals sei bereits die Idee vorhanden gewesen, Wisen mit einem Bus an Läufelfingen anzuschliessen. «Schliesslich haben wir jeden Tag rund zehn Autos aus Wisen am Bahnhof bei uns im Dorf», so Forter.

Konkret diskutiert werden kann diese Idee von Wettstein aber erst im Frühling 2019. Dann befasst sich der Solothurner Kantonsrat im Rahmen des «Globalbugets ÖV» mit der Linie zwischen Olten und Sissach. Dann wird auch diskutiert, ob die vom Kanton Baselland vorgeschlagene Buslinie zwischen Olten und Sissach, die im Fall der Ablehnung des Referendums zur Rettung des Läufelfingerlis umgesetzt werden soll, im Sinn des Kantons Solothurn ist.

Der Kanton hatte zu einem früheren Zeitpunkt gegenüber dieser Zeitung erklärt, dass er bei einer Umstellung auf den Busbetrieb Hand bieten werde, falls diese dem Kanton keine Mehrkosten verursache. Das ist klar der Fall: 140'000 Franken spart der Kanton Solothurn pro Jahr bei einer Lösung mit dem Bus. Für die Kosten einer Bahnlinie zwischen Olten und Läufelfingen liegen dagegen keine Berechnungen vor.