Den entsprechenden Beschluss fasste der Gemeinderat des rund 14'000 Einwohner zählenden Orts am Dienstagabend, wie ein Sprecher von Grenzach-Wyhlen am Mittwoch Medienberichte bestätigte. Damit darf in den nächsten zwei Jahren auf dem BASF-Areal nichts verändert werden, womit auch die Ansiedlung einer Anlage zur Behandlung von Industrieabfällen vorerst blockiert ist.

Gleichzeitig soll für das BASF-Areal in den kommenden zwei Jahren ein Bebauungsplan ausgearbeitet werden. Ziel sei es dabei, auf dem Gelände den Industrieanteil deutlich zu senken und dafür mehr Raum für gewerbliche Nutzung zu schaffen, hiess es bei der Gemeinde weiter.

Die von der Zimmermann-Gruppe mit Sitz in Gütersloh geplante Sondermüllbehandlungsanlage könnte damit auf dem Areal aus rechtlichen Gründen nicht mehr realisiert werden. Der Gemeinderat hat sich mit 13 zu 7 Stimmen bei einer Enthaltung gegen dieses Projekt ausgesprochen.

Zimmermann-Gruppe will Entscheid anfechten

Ob damit das Projekt definitiv vom Tisch ist, lässt sich laut dem Sprecher von Grenzach-Wyhlen noch nicht sagen. Tatsächlich will die Zimmermann-Gruppe den Entscheid des Gemeinderats anfechten, wie Geschäftsführer Gerhard Zimmermann auf Anfrage der sda sagte. Dass für diesen Chemiestandort eine Veränderungssperre verhängt würde, habe er nicht für möglich gehalten.

Die Zimmermann-Gruppe, die bereits ihren Anwalt eingeschaltet hat, will ihr Projekt nicht zuletzt auch deshalb retten, weil sie in dieses bereits eine Million Euro investiert hat. Insgesamt will das Unternehmen sechs Millionen Euro in die Anlage stecken, in der bis zu 80'000 Tonnen feste und 60'000 Kubikmeter flüssige Abfälle behandelt werden sollen - auch solche von Kunden in der Schweiz.

Umstritten ist die Abfallbehandlungsanlage nicht nur in der als Standort vorgesehenen Gemeinde, sondern auch in der Schweizer Nachbarschaft. So haben sich etwa die Baselbieter Gemeinde Muttenz und der WWF Region Basel aus Sorge um das Trinkwasser gegen das Projekt gewehrt.

Auch die Baselbieter Regierung äusserte sich in einer am Mittwoch veröffentlichten Antwort auf einen parlamentarischen Vorstoss kritisch. Eine abschliessende Einschätzung der geplanten Anlage sei indessen wegen fehlenden Informationen und Untersuchungen derzeit nicht möglich, hielt die Exekutive darin fest.