Drei Vertreter hat die SP im Allschwiler Gemeinderat. Aber keiner will der Interimspräsidentin Nicole Nüssli-Kaiser (FDP) ihr Amt streitig machen. Das teilte die SP am Donnerstag mit. Nüssli hatte das Amt im Sommer nach der Wahl Anton Laubers in den Regierungsrat übernommen. Durch den Verzicht der SP wird der für den 9. Februar 2014 vorgesehene Urnengang hinfällig. Denn in Allschwil erlauben die Reglemente stille Wahlen.

SP-Präsident Jean-Jacques Winter macht für den Verzicht zeitliche Gründe geltend. Die drei SPler seien entweder angestellt oder stark in ihre Familien einbezogen. Gemeindepräsident sei eine Beschäftigung zu 90 Prozent, schätzt er. «Als Angestellter kann man das Amt fast nicht mehr ausführen.» Es fehle zudem die Sicherheit, wie es nach dem Amt, nach mehreren Jahren ohne Berufserfahrung, weitergehe. «Eigentlich kommen nur noch Pensionierte und Leute ohne Familie und Verantwortung infrage», meint er.

Nüssli betreibt zusammen mit ihrem Mann ein Anwaltsbüro – laut Winter kann sie als frei Schaffende ihren Job flexibel zurückfahren. Indirekt bestätigte die dreifache Mutter Winters Überlastungs-These, als sie sagte: «Als Interimspräsidentin bin ich so mit Arbeit zugedeckt, dass ich mir bisher nicht überlegen konnte, ob eine stille Wahl besser ist als eine ordentliche.» Dass das Volk sie nicht wählt, sieht sie nicht als fehlende demokratische Legitimation.

Mit der stillen Wahl befindet sich die 50-Jährige in Allschwil in guter Gesellschaft. Ihr Vorgänger Anton Lauber (CVP) war neun Jahre lang im Amt. Kein einziges Mal wurde er an der Urne gewählt. Stattdessen gab es drei stille Wahlen – auch bei seiner ersten Wahl 2004.