Während andere in ihrem Alter die Arbeit hinter sich lassen, baut Regula Meschberger ihr Pensum aus. Ab kommendem Schuljahr ist die 65-Jährige in Vollzeit als Leiterin des Oberstufenzentrums Dorneckberg in Büren tätig. Die Kreisschule ist in den vergangenen Jahren immer wieder negativ in die Schlagzeilen geraten. Mit der eigentlich schon pensionierten Meschberger soll in der Schule endlich wieder Ruhe einkehren.

Aufgrund der beruflichen Veränderung überlege sie sich eine Reduktion ihrer politischen Tätigkeit, erklärt Regula Meschberger auf Anfrage. Ob sie ihr Amt als Landrätin oder jenes als Birsfelder Gemeinderätin aufgeben wird, lässt sie jedoch offen. Die SP-Politikerin gehört seit 2003 dem Baselbieter Parlament und seit 2016 der Dorfexekutive von Birsfelden an. Tritt sie vorzeitig aus dem Landrat zurück, würde die Fraktion der Sozialdemokraten zweifellos eine ihrer erfahrensten und profiliertesten Exponentinnen verlieren. Von 2015 bis 2016 präsidierte sie gemeinsam mit Adil Koller die Baselbieter SP. 

Viele Wechsel in der Schulleitung

Am Oberstufenzentrum Dorneckberg hat Meschberger im vergangenen August mit einem 40-Prozent-Pensum als Co-Schulleiterin angefangen. Seit der Kündigung der zweiten Co-Schulleiterin Franziska Buchwalder Mitte März ist Meschberger alleinige Leiterin, jedoch noch nicht in einem Vollzeit-Pensum angestellt. Bereits vor dem Abgang von Buchwalder ist es am Oberstufenzentrum Dorneckberg immer wieder zu Wechseln in der Schulleitung gekommen.

In den letzten Jahren machte die Kreisschule für die Gemeinden Gempen, Hochwald, Nuglar-St. Pantaleon, Büren und Seewen mehrmals durch Unstimmigkeiten zwischen der Schulleitung und dem Vorstand des Zweckverbands von sich reden. Die Spannungen drehten sich vor allem um Zuständigkeiten und die Kommunikation. Selbst eine Mediation mit einem Vertreter der Solothurner Schulaufsicht konnte die Wogen nicht glätten.

Ziel: Schulleitung entlasten

«Ich hatte eigentlich nicht geplant, noch ein Jahr anzuhängen», sagt Regula Meschberger über ihr Engagement in Büren. Als aber das Lehrerkollegium und der Vorstand des Zweckverbands den Wunsch äusserten, dass sie die Leitung alleine übernimmt, habe sie es sich überlegt und dann zugesagt. «Ich bin einfach gerne Schulleiterin», erklärt Meschberger, die vor dem Oberstufenzentrum Dorneckberg unter anderem Primarschulen in Birsfelden und Muttenz geleitet hat, knapp.

Meschberger hat vor, gemeinsam mit dem Vorstand des Zweckverbands die Organisation der Schule zu verbessern. «Es geht darum, die Schulleitung von administrativen Aufgaben zu entlasten», sagt sie. Gerade hier habe es in der Vergangenheit immer wieder Probleme gegeben. Denn trotz der internen Schwierigkeiten betont Meschberger: «Ich habe in Büren eine gute Schule mit vielen hervorragenden Lehrerinnen und Lehrern angetroffen.» Die neue Organisationsstruktur soll den Delegierten der Schule an der Versammlung im Mai vorgelegt werden.

Meschberger als Übergangslösung

Es scheint, als ob Regula Meschberger am Oberstufenzentrum Dorneckberg die richtige Person zur richtigen Zeit ist. «Die Beziehung zwischen ihr und dem Vorstand des Zweckverbands ist sehr gut. Sie konnte in den letzten Monaten durch ihre ruhige Art überzeugen», erklärt Andreas Vögtli, Präsident des Zweckverbands. Dessen Vorstand setzt sich aus jeweils zwei Personen aus den Ortschaften Gempen, Hochwald, Nuglar-St. Pantaleon, Büren und Seewen zusammen.

Meschbergers Vertrag soll bis maximal Juli 2019 befristet sein, erklärt Vögtli. «Im kommenden Sommer können wir dann in aller Ruhe beginnen, einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin für sie zu suchen.» Dank der Bereitschaft von Meschberger, einzuspringen, müsse man nicht überstürzt eine neue Schulleitung finden. Er ist sich sicher: «Das Oberstufenzentrum Dorneckberg ist auf einem guten Weg.»