«Sagen Sie das täglich 20 Mal!» Heinz Schneider, CEO des Kantonsspitals Baselland, freute sich sichtlich über die Beteuerung einer Mitarbeiterin des Bruderholzspitals, sich nicht über ihre berufliche Zukunft Sorgen zu machen.

Schneider nahm am Dienstag die Einladung der Basler FDP ins Gundeldinger Casino wahr, die ihm über die Zukunft des Bruderholz-Spitals auf den Zahn fühlen wollte. «Bruderholzspital, quo vadis?», wollten die Freisinnigen wissen. Und der Spital-CEO unterstrich in seinem Referat, dass sich das Bruderholz auch im verstärkt marktwirtschaftlichen Umfeld behaupten werde. «Die Eignerstrategie des Kantons sieht die drei Standorte Laufen, Liestal und Bruderholz vor», betonte Schneider, der die Infoveranstaltung zum Anlass nahm, erstmals den neuen Schriftzug der Marke «Kantonsspital Baselland» zu präsentieren. Ein Schriftzug, der «den Anschein machen könnte, als sei der Toner ausgegangen», wie Schneider witzelte. Dass die einzelnen Buchstaben unterschiedlich dick seien, sei indes nicht unbeabsichtigt: «Wir wollen damit zeigen, dass wir immer im Flow sind. Der Schriftzug vermittelt Dynamik.»

Personalwohnsiedlung soll weg

Dynamik ist unabdingbar, seit die neue Spitalfinanzierung die Spitäler dazu zwingt, schwarze Zahlen zu schreiben. Schneider weiss, wie er den Kampf aufnehmen will. Etwa mit einer Spezialisierung der Spitäler Liestal und Bruderholz über die erweiterte Grundversorgung hinaus: Im Bruderholz liegt der Fokus bereits heute unter anderem bei Rehabilitation, Orthopädie oder Geburtshilfe. Um sein Bekenntnis zum Spital zu unterstreichen, führte Schneider aber vor allem die baulichen Aktivitäten ins Feld: «Wenn man renoviert, zerstreut man auch die Bedenken», sagte er und versprach, aus dem – teils – renovationsbedürftigen Bruderholzspital eines zu machen, in dem die Infrastruktur auf einem wettbewerbsfähigen Stand ist. «In ein paar Jahren werden wir wieder top sein.» Den Kran, der derzeit aufgrund des lecken Daches auf dem Areal steht, könne man gleich stehen lassen. Allerdings plant man, die Personalwohnsiedlung nicht mehr für die Erfüllung der Leistungsaufträge zu benötigen und neuen Verwaltungszwecken zuzuführen.

Kooperation statt Fusion

Ein Zuhörer fragte, ob angesichts der schwindenden Bedeutung der Kantonsgrenzen eine Fusion mit dem Basler Universitätsspital infrage komme. Der CEO des Kantonsspitals Baselland parierte: «Die Frage ist berechtigt. Allerdings ist die Frage genauso berechtigt, warum das Unispital nicht mit den anderen Basler Spitälern fusioniert.» Schneider selber glaubt, dass die unterschiedliche Gesetzgebung der beiden Kantone für eine Fusion hinderlich ist. Und dass ein Konkurrenzkampf das Geschäft belebt und die Preise verhältnismässig tief hält. «Ich halte es für besser, wenn wir in ausgewählten Fragen näher zusammenarbeiten.» Eine Konkurrenz für die Basler wolle man jedenfalls in der hoch spezialisierten Medizin nicht sein.