Einer der wichtigen Treiber bei Firmenfusionen sind meist Kosteneinsparungen, die durch ein Zusammengehen entstehen. Das ist auch bei der geplanten Spitalfusion so. Bereits vor Jahresfrist wurden im Rahmen des Planungsberichts für die Spitalgruppe die wichtigsten Potenziale eruiert. Dass die Fusion Arbeitsplätze kostet, wird im Planungsbericht und auch in der am Montag vorgestellten Vernehmlassung nur am Rand angeschnitten. Der Personalbedarf werde sinken, hiess es. Aber es soll keine Entlassungen geben.

Detailreicher werden die Berichte in finanziellen Belangen. Im «medizinischen Kerngeschäft» wird die grösste Einsparung möglich sein. Bei der Infrastruktur sollen Doppelspurigkeiten abgebaut werden. Stationäre Leistungen sollen nach Basel bzw. Liestal verschoben werden, was zu besserer Auslastung an diesen Standorten führt. Ein dritter Faktor ist die Zusammenführung hoch spezialisierter Fälle.

Fazit: Einsparpotenzial 58 Millionen Franken.

Auch durch die gemeinsame Nutzung der «medizinischen Querschnittsfunktionen» wie etwa Anästhesie, Radiologie, Pathologie, Radio-Onkologie, Spitalapotheke und Labors können Einsparungen erzielt werden. Dadurch liessen sich «nicht nur redundante Investitionen in kapitalintensive medizinische Grossgeräte vermeiden, sondern auch Kosten im Betrieb aufgrund von effizienteren Prozessen reduzieren», heisst es im Grundlagenbericht. Man rechnet, dass es nur noch zwei statt vier Labors brauchen wird.

Fazit: Einsparung 10 Millionen.

Auch Verwaltung muss sparen

Auch in der Verwaltung liessen sich Personal- und Sachaufwand reduzieren. So könnten durch gemeinsame, zentrale Unternehmensfunktionen wie beispielsweise «Finanzen» oder «Personal» in der Summe Personalkosten reduziert werden, da Doppelspurigkeiten abgebaut werden können. Und der Sachaufwand lasse sich insbesondere in den Bereichen Einkauf, Hotellerie und IT deutlich senken, da durch Harmonisierung der Produktsortimente und gemeinsamen Einkauf bessere Preise erzielt und Lagerkosten gesenkt werden können.

Fazit: Einsparung 17 Millionen.

Auch Negativ-Faktoren

Der Wermutstropfen: Bei Fusionen fallen immer auch Kosten an, einmalige und wiederkehrende. Die Zusammenführung der IT-Systeme ist teuer. Durch die Bündelung der Investitionen könnten hingegen die Kosten teilweise kompensiert werden. Einmalkosten: unterer zweistelliger Millionenbereich. Wiederkehrende Kosten könnten aufgrund komplexerer Prozesse anfallen. Wegen der Verunsicherung der Patienten könnte es zu kurzfristigen Fallverlusten kommen. Weiter gehen die Berichtverfasser davon aus, dass auch die Lohnharmonisierung nicht gratis zu haben ist.

Fazit: Wiederkehrende Mehrkosten 12 Millionen Franken.

Unter dem Strich sollen damit 73 Millionen an Synergien übrig bleiben, eine «konservative Schätzung» schreiben die Berichtsautoren. Der Betrag übertreffe die Zielvorgabe für die Synergien von 50 Millionen Franken pro Jahr deutlich. Dieser Zielwert ergebe sich aus einer Betriebsgewinnmarge von 10 Prozent, die als Mindestgrösse für eine nachhaltige Selbstfinanzierung von Spitälern gilt.