Das Universitätsspital Basel steht unter Kritik: Eine Baselbieterin, Silvia Bachmann, schildert dem «Tagesanzeiger» ihre Geschichte. Vor zwei Jahren unterzog sich ihre 68-jährige Mutter einem komplizierten Eingriff, bei dem sie verstarb.

Nun erhielt die Tochter die Spitalrechnung. Darauf sind Leistungen vermerkt, die nie ausgeführt worden sind. Eine Gallenblasenentfernung war auf der Liste, eine solche hatte die Mutter allerdings nie. Auch zahlreiche Physiotherapie-Sitzungen sind aufgeführt, die die Dame nie erhalten hatte, da sie bereits im Sterben lag.

Mehrere Fehler in einer Rechnung

Silvia Bachmann setzte sich mit ihrer Krankenkasse CSS in Verbindung und diese führte eine aufwändige Prüfung der Rechnung durch. Dabei wurden mehrere Fehler entdeckt: Einige Leistungen sind doppelt verrechnet, obwohl sie nur einmal durchgeführt wurden. Auch wurden in einigen Fällen die Abrechnungsziffer falsch eingegeben. Dadurch ergab sich dann ein falscher Endbetrag.

Die Spitalrechnung konnte um mehr als einen Drittel gekürzt werden. Darum steht nun die Frage im Raum: Hat hier jemand versucht, sich zu bereichern? Das Unispital bestreitet dies und auch die Krankenkasse von Frau Bachmann ist überzeugt, dass es sich lediglich um Fehler handelt, die aufgrund technischer Probleme oder menschlichem Versagen entstehen.

27'720 Franken verrechnet, statt nur 2,75 Franken

Bereits vor dieser Rechnung entdeckte Silvia Bachmann im Jahr 2009 fehlerhafte Beträge auf Spitalrechnungen. Denn damals musste ihre Mutter wegen einer Gefässverengung im Kantonsspital Bruderholz operiert werden. Die Rechnung betrug dann 35'214 Franken.

Nach genauerem Überprüfen bemerkte Bachmann schliesslich den Fehler: Die Injektion eines Kontrastmittels kostete laut Rechnung 27'720 Franken. Eigentlich hätte ein Betrag von 2,75 Franken eingetragen werden sollen.

Der Fehler sei beim Erfassen geschehen, teilt das Spital Frau Bachmann mit. Sie erhielt den zu viel bezahlten Betrag schliesslich zurückerstattet.