Einig waren sich Anklage und Verteidigung in ihren Plädoyers, dass der Mann eine qualifizierte Brandstiftung begangen hat. Der Staatsanwalt verlangte in den weiteren Hauptpunkten aber einen Schuldspruch wegen Mordes und Mordversuchs. Die Verteidigung plädierte auf eventualvorsätzliche Tötung und den Versuch dazu.

Staatsanwalt: Besonders skrupellos

Sollte das Gericht die Tat aber ebenfalls als Mord beurteilen, will die Verteidigung eine Freiheitsstrafe von maximal 18 Jahren. Anklage und Verteidigung lagen beim Strafmass indes nicht allzu weit auseinander, denn auch bei einer lebenslänglichen Strafe wäre frühestens nach 15 Jahren eine bedingte Entlassung möglich.

In der Bewertung der Tat wichen die Plädoyers jedoch stark voneinander ab. Der Staatsanwalt sprach von einem "Fall von schwerster Kriminalität". Der Mann habe das Cabaret "Moulin Rouge" aus Hass angezündet, weil drei Monate zuvor seine Beziehung mit der Inhaberin zu Bruch gegangen war und er sie "nicht zurück bekam".

Er habe zudem einen qualvollen Tod der Personen im Haus in Kauf genommen und deren Fluchtweg abgeschnitten, indem er das Benzin, das er bei der Brandstiftung verwendete, auch im Treppenhaus ausgeschüttet habe. Der Beschuldigte habe somit besonders verwerflich und skrupellos gehandelt.

Verteidiger verweist auf Vorgeschichte

Auch der zuerst plädierende der beiden Verteidiger nannte das Verschulden "sehr schwer". Der Mann habe nach eigenen Angaben Schaden anrichten wollen, aber das Ausmass der Katastrophe unterschätzt; zur Eingrenzung hab er noch die Ölleitung zur Heizung gekappt. Er müsse indes gewusst haben, dass er im schlimmsten Fall Menschen töten könnte.

Um zu erklären, wie es zur Tat kam, schilderte der Verteidiger auch die Geschichte des Mannes, eines Türken aus der Region: von den Eltern verheiratet, die Ehe gescheitert, beruflich erfolglos, dann wegen einer Erbkrankheit IV-Rentner. In dieser trostlosen Lage sei er der späteren Cabaretinhaberin begegnet.

Das Urteil des Strafgerichts in Liestal wird am 5. August verkündet.