Regula Gysin ist enttäuscht. Von den Detaillisten im Stedtli hätte Liestals Stadtpräsidentin mehr Verständnis erwartet: «Es sind immer dieselben, die reklamieren – das ist so imageschädigend für Liestal.» Ihr Ärger beruht auf die Kritik einiger Ladenbesitzer und Geschäftsführer zu den Kinderkonzerten, die heute und morgen Nachmittag in der Rathausstrasse stattfinden.

Während 51 Wochen hätten die Detaillisten die Möglichkeit, sich mit attraktiven Schaufenstern zu präsentieren, betont Gysin. Und weil an einem einzigen Wochenende im Jahr das Stedtli den Familien gehöre, müsse nicht gleich so ein Aufstand gemacht werden. «Wir sind eine Wohn- und keine Industriestadt.»

Gehören fix zum Kulturprogramm

Die Kinderkonzerte starten ihre Tournee bereits zum neunten Mal in Liestal. Im vergangenen Jahr ging die Grossveranstaltung nicht wie gewohnt in der Rathausstrasse über die Bühne, sondern auf dem Obergestadeckplatz. Gysin hebt hervor, dass die Stadt den Anlass nicht etwa auf Drängen der Gewerbetreibenden umquartiert habe. Grund seien die Tour de Suisse und die vielen Baustellen in der Innenstadt gewesen.

Dass sich die Veranstalter der Kinderkonzerte in Liestal nicht mehr willkommen fühlen, schmerzt Regula Gysin als Kulturverantwortliche besonders. «Wo bleibt denn unsere Gastfreundschaft?», ruft sie aus. Sie habe den Geschäftsführer der Kinderkonzerte, Michael Furler, stets als kooperativen und umgänglichen Menschen erlebt, der bereit sei, auf die Bedürfnisse der Detaillisten einzugehen. Deswegen, aber auch weil die Kinderkonzerte fix zum Kulturprogramm der Stadt gehören, möchte die Freisinnige die Zusammenarbeit mit ihm unbedingt weiterführen.

Die Stadtpräsidentin weist zudem darauf hin, dass es ein Privileg sei für Liestal, die Premiere der Kinderkonzerte durchführen zu dürfen. «Andere Städte warten schon seit Jahren auf diese Gelegenheit.» Denn die beliebte Veranstaltung unterstütze die Standortförderung. Gysin: «Liestal wird fast täglich im Radio erwähnt. Das schadet sicher auch dem Detailhandel nicht.»