Viel zu teuer sei die Verlängerung der Langmattstrasse zwischen Oberwil und Therwil, hiess es Ende Januar im Baselbieter Landrat von links bis rechts. 13,6 Millionen Franken hätte das damalige Projekt gekostet – rund 52 000 Franken pro Laufmeter Strasse. Nur gut vier Monate nach dem Nein des Parlaments liegen bereits die überarbeiteten Pläne vor: Die Kosten liegen nur noch bei 4,7 Millionen Franken, also bei etwas über einem Drittel des zunächst veranschlagten Betrags.

Velounterführung weglassen

Im ursprünglichen Projekt habe man sämtliche Wünsche der Beteiligten aufgenommen, erklärt Kantonsingenieur Drangu Sehu auf Anfrage der bz. Diese habe man weitgehend fallen lassen müssen. «Die Strasse, die wir nun planen, ist ein gutes Standardmodell, das sämtliche Vorschriften und die Bedürfnisse der Verkehrsteilnehmer berücksichtigt», betont Sehu. Konkret wird im redimensionierten Projekt auf eine Velounterführung verzichtet; die Radfahrer auf der Talstrasse werden die Langmattstrasse also künftig niveaugleich kreuzen müssen.

Ebenfalls weggelassen wird bei der künftigen Einmündung der Langmattstrasse in die Therwilerstrasse der Bau eines Kreisels. Stattdessen ist dort nun eine gewöhnliche T-Kreuzung vorgesehen. Auf Oberwiler Seite wird zudem der bestehende Abschnitt der Langmattstrasse vorerst nicht ausgebaut.

Neben diesen drei wichtigsten baulichen Anpassungen werden auf einem kleinen Abschnitt auf eine Bachausdolung verzichtet sowie der geplante Lärmschutzdamm leicht eingekürzt. «Der Landrat hat uns den Auftrag erteilt, ein einfacheres und kostengünstigeres Projekt zu erstellen. Genau das haben wir gemacht», kommentiert der Kantonsingenieur.

Das Baselbieter Parlament hatte Ende Januar das damalige Generelle Projekt zwar einstimmig abgelehnt, gleichzeitig aber mit 49 zu 35 Stimmen den Eintrag der Strasse in den Kantonalen Richtplan (Krip) gutgeheissen. Dagegen wurde in der Folge von rot-grüner Seite das Referendum ergriffen.

Nun kommts voraussichtlich im November zur Volksabstimmung. Dabei gehts allerdings nicht um das nun vorliegende Projekt, sondern um den Grundsatz, ob in dem Gebiet überhaupt weitergeplant werden darf. Bei einem Nein zum Krip-Eintrag wäre der Ausbau der Strasse definitiv vom Tisch.

Neues Projekt vor Abstimmung

Dass der Kanton noch vor der geplanten Volksabstimmung bereits ein neues Projekt ausgearbeitet hat, sieht Sehu als notwendig an: «Das entspricht dem gewöhnlichen Fortgang einer Projektentwicklung und dem Auftrag des Landrats. Würden wir umgekehrt nichts unternehmen, bis alle politischen Entscheide vorliegen, würde das zurecht als Untätigkeit ausgelegt.»

Mit dem Ausbau der Langmattstrasse wird das Gewerbebiet Mühlematt mit der Therwilerstrasse verknüpft, ohne dass die Ortskerne von Oberwil und Therwil tangiert werden. Es wäre im Leimental die vierte Strasse, die quer zum Tal verläuft.